Hier findet ihr schon mal alle Infos zum übernächsten Workshop:
ErSieEs. Eine fotografische Spurensuche zwischen den Geschlechtern. Portraits von Yvonne Most
28 JanNachdem Yvonne letztes Jahr über que(e)r_einsteigen einen Aufruf an euch gestartet und als Modelle gesucht hatte, sind hier nun ihre Ergebnisse zu bewundern:
ErSieEs. Eine fotografische Spurensuche zwischen den Geschlechtern.
Portraits von Yvonne Most
Ausstellung 01.-29.02.2012
Vernissage 31.01.2012 / 19 Uhr
freistil – Fotostudio und Galerie Hansering 7, 06108 Halle
Öffnungszeiten Mo-Fr / 10-19 Uhr
Kontakt: Yvonne Most / info@dokmost.de / 0157.725 181 97
Wir werden sie uns anschauen und hoffen auch viele von euch anzutreffen!
Dr. Volker Woltersdorff alias Lore Logorrhöe: It’s the Economy, Queer! Sexuelle Arbeit und neoliberaler Kapitalismus
6 Nov17.11.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Universitätsplatz 1, Halle
Spätestens seit der Krise des neoliberalen Kapitalismus stehen ökonomische Fragen auch auf der Tagesordnung von Queer Politics. Das Verhältnis der Analyse von Kapitalismus und Heteronormativität war lange von wechselseitigen Auslassungen geprägt. Inzwischen häufen sich theoretische und politische Ansätze, die queer-feministische Perspektiven auf Arbeit und Kapitalismus eröffnen, zum Beispiel die Konzepte der „sexuellen Arbeit“ (Boudry/Kuster/Lorenz), der „divergenten Ökonomien“ (Gibson-Graham) oder der gouvernementalen Prekarisierung (Lorey). Trotzdem gibt es Konflikte um die Positionsbestimmung von Queer Politics innerhalb von Kapitalismuskritik. Dabei steht auf dem Spiel, welchen Stellenwert die Kritik an der Normalisierung von Sexualität und Geschlecht innerhalb der neoliberalen Gesellschaftstransformation hat und was sie zu möglichen Auswegen daraus beiträgt. Handelt es sich hier um gemeinsame, gegenläufige oder völlig getrennt verlaufende Kämpfe? In jedem Fall ist eine Perspektive sexueller und geschlechtlicher Emanzipation beim Nachdenken über Re-/Produktionsverhältnisse unerlässlich.
Weiter Informationen zu Volker Woltersdorff findet ihr hier.
Andere Sichtbarkeiten? Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung
5 Nov11.11.2010, 19 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle
Katharina Morawek
Public Enemy Rapper Chuck D hat mal gesagt, Hip Hop sei the Black CNN. Nun hat dieses Schwarze CNN nach 30 Jahren Sendezeit zwar spielend die Reichweite des US-amerikanischen Nachrichtensenders überschritten, nicht aber dessen Fähigkeit zum Versprühen gesellschaftlicher Hegemonie. Hip Hop als solcher wird immer wieder für seinen angeblich inhärenten Sexismus und seine Homophobie kritisiert und zwar vor allem von weißen Medien.
Die Folie, vor der die scheinbare heterosexuelle Dominanz in der Hip Hop Kultur gechallenged wurde, war das Thema der Homophobie.
Das Bild vom „sexistischen und homophoben Hip Hop“ ist eng verknüpft mit der Projektion, Kulturen des Hip Hop würden lediglich aus Schwarzen, männlichen, heterosexuellen Körpern bestehen – ein Paradigma, das die Soziologin Tricia Rose als „highly visible commercialized rap“ bezeichnet. Die Matrix, die dieser Wahrnehmung zu Grunde liegt, ist eine des Weiss-Seins, welches die eigene Position innerhalb von Populärkultur nicht hinterfragt. Doch wird das reibungslose Kursieren von mit Hip Hop verbundenen, stereotypen Bildern immer wieder von Hip Hop Artists in Frage gestellt und seit einigen Jahren sogar empfindlich gestört: Hip Hop wird offiziell ge-queert. Dabei kommen Repräsentationsstrategien zum Einsatz, die zwischen Parodie und Selbstbehauptung andere Sichtbarkeiten anstreben. Der Vortrag wird einige Strategien queerer Artists vorstellen.
Weitere Informationen zu Katharina Morawek sowie ausgewählten Veröffentlichungen findet ihr unter Terminplan.
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VerQueert Denken – Normalität(en) hinterfragen
15 OktProf. Dr. María do Mar Castro Varela
22.Okt.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle
„Der Begriff heterosexuelle Matrix steht [...] für das Raster der kulturellen Intelligibilität, durch das die Körper, Geschlechtsidentitäten und Begehren naturalisiert werden. [...] Es geht darum, ein hegemoniales diskursives/epistemisches Modell der Geschlechter-Intelligibilität zu charakterisieren, das folgend unterstellt: Damit die Körper eine Einheit bilden und sinnvoll sind, muß es ein festes Geschlecht geben, das durch die zwanghafte Praxis der Heterosexualität gegensätzlich und hierarchisch definiert ist“. [Judith Butler]
Was ist eine „heterosexuelle Matrix“? Was ein „Raster der kulturellen Intelligibilität“? Queer Studies sind voraussetzungsvoll. Gleichzeitig stellen sie eine Perspektive dar, die nicht nur das Denken schult, sondern dasselbe eben nötigt anders zu denken.
Seit den 1990er Jahren etablierten sich Queer Studies nach und nach in der anglophonen Hochschullandschaft und auch im deutschsprachigen Raum sind sie nicht mehr aus den Gender Studies wegzudenken. Im Vortrag sollen einige der Herausforderungen queeren Denkens vorgestellt und darüber hinaus Queering als permanent-kritischer Prozess dargelegt und zur Diskussion gestellt werden. Ein Fokus wird dabei auf die Verbindung zur Postkolonialen Theorie gelegt. Womit deutlich gemacht werden soll, inwieweit Sexualitätsdiskurse internationale Macht- und Herrschaftssysteme (etwa Imperialismus aber auch Migrationsregimes) etablieren halfen und bis heute stabilisieren. Und warum Rassismus und heteronormative Reproduktivität aufs engste miteinander verlinkt sind.
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konstruktiv dekonstruktiv. lsbt und queer in der Aufklärungs- und Bildungsarbeit
17 SepAmmo Recla, Berlin
15.Jan.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle
Welchen Zielen folgen Aufklärungs- und Bildungsarbeit aus einer queeren, d.h. nicht normativer Heterosexualität verpflichteten Perspektive? Geht es vor allem darum, Jugendliche mit der Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller und transgeschlechtlicher Lebensweisen bekannt machen und damit ihre Bereitschaft zur Akzeptanz zu fördern? Oder steht im Vordergrund, den kritischen Blick auf heteronormative Zurichtungen in der Gesellschaft und die eigene Position darin zu schärfen? Besteht zwischen diesen beiden Anliegen (zumindest tendenziell) ein Widerspruch oder handelt es sich eher darum, Schwerpunkte zu setzen? Wie groß ist die Gefahr, Identitäten zu essenzialisieren, auch wenn sie in Vielfalt präsentiert werden? Und können nicht umgekehrt die konkreten “Anderen” aus dem Blick geraten, wenn es um eher abstrakte Normierungsmechanismen geht? Welchen Stellenwert haben Begegnungen und Gespräche mit diesen “Anderen”? Wie sind die Fragen nach lsbt Lebensweisen und Kritik der Heteronormativität mit Fragen nach weiteren Formen sozialer Ungleichheit verbunden und wie lässt sich dem pädagogisch-methodisch gerecht werden?
Ammo Recla stellt das eigene Projekt und Arbeitsergebnisse vor und lädt ein zur Diskussion über Ziele und Methodik queerer Pädagogiken.
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Sex und Staat – Warum interessiert sich der Staat für unsere Weichteile?
17 SepProf. Dr. Rebecca Pates, Leipzig
20.Nov.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle
Geschlecht bezeichnet (auch) ein System an Unterscheidungen (Frauen mögen Kinder, Männer Autos; Frauen sind zickig, Männer haben schlechte Laune usw.), durch welche eine gewisse Ordnung geschaffen wird. Diese Ordnung bestimmt unsere Wahrnehmungen und unseren Alltag und ist relativ stabil. Sie lässt sich insbesondere dann schwer ändern, wenn sie institutionalisiert ist: das Geschlecht eines Menschen wird immer auch in Ausweisen genannt. Warum und welche Folgen dies hat, soll hier anhand von Beispielen aus der Rechtswirklichkeit (Heteronormativität und Intersexualität) analysiert werden.
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“… und erkläre Sie hiermit zu Mann und Frau” – Heteronormativität als Konzept zur Analyse sozialer Verhältnisse.
21 AugThomas Viola Rieske, Berlin
06.Nov.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle
Heteronormativität wird im Rahmen von Queeren Theorien als Analysebegriff benutzt, um die machtvolle Durchdringung von Körpern, Selbstverständnissen und Lebensmöglichkeiten durch Vergeschlechtlichung und Sexualisierung zu begreifen. Als Weiterentwicklung von Begriffen und Analysen aus der Frauen- und Geschlechterforschung sowie den Gay & Lesbian Studies benennt er normative Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit als zentrale Struktur moderner westlicher Gesellschaften, die gemeinsam mit weiteren Strukturen hierar-chisierte Subjektpositionen herstellt.
Der Begriff dient dem Verständnis der Herstellung sozialer Ungleichheit und der Reflexion politischen Handelns. In dem Vortrag wird die Geschichte des Begriffs dargestellt und verschiedene Verwendungsweisen erläutert. Anhand von Analysen aus verschiedenen Forschungskontexten (Vergeschlechtlichungsprozesse im Jugendalter, neoliberale Sexualitätspolitiken im Kontext von Orientalismus und Terrorismus, anti-heteronormative Praktiken) werden das Erkenntnispotenzial dieses Begriffes erläutert, Probleme bei seiner Verwendung diskutiert und Möglichkeiten der Weiterentwicklung vorgestellt.
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