Hier findet ihr schon mal alle Infos zum übernächsten Workshop:
Radiointerview mit Klemens Ketelhut zum Vortrag “Konstruktion von Körper und Geschlecht”
23 AprHier gibt es ein spannendes Interview, welches Radio F.R.E.I. mit Klemens Ketelhut zu seinem Vortrag “Konstruktion von Körper und Geschlecht” geführt hat. Den Vortrag in voller Länge mit anschließender Diskussion könnt ihr am kommenden Montag (30.04.2012) im Veto in Erfurt hören.
Dr. Imke Schmincke – Von Ausgehverboten zu Slutwalks: Gender, Sexualität und Körper in der Konstruktion und Politisierung von (urbanen) Räumen
7 Okt20.10.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Universitätsplatz 1, Halle
Seit einiger Zeit wird in der Soziologie auch über stadtsoziologische Perspektiven hinaus der Raum neu diskutiert. Dabei deutet ein sozialwissenschaftliches Verständnis Raum als Produkt sozialer Praxis. Raum wird also erst in Handlungen, durch Gegenstände und Menschen produziert. Dass damit aber auch soziale Ordnungen mit produziert werden, ist Thema des Vortrags, der zunächst eine Einführung in aktuelle Raum-Konzepte geben wird, um dann das Verhältnis von Raum, Körper und Sozialem am Beispiel der „Gefährlichen Orte“ zu verdeutlichen. Am Schluss sollen aus der hier vorgestellten Perspektive Fragen nach der Bedeutung von Geschlecht und Sexualität für die Produktion, Stabilisierung und evtl. Unterminierung von Räumen aufgeworfen und an aktuellen Beispielen diskutiert werden.
Weitere Informationen zu Imke Schminke findet ihr hier.
Queere Interdependenzen statt Intersektionalität
7 JanDr. des Elahe Haschemi Yekani und Beatrice Michalis
21.Jan.2010, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle
In unserem Vortrag möchten wir uns mit der Beziehung zwischen Queer Theory und Intersektionalität auseinandersetzen, die trotz offensichtlicher Parallelen zwischen beiden kritischen Bewegungen eine schwierige bleibt. Während beide Forschungsfelder über das gemeinsame Interesse an der Analyse multipler und konfligierender Prozesse der Identitätsformation miteinander verbunden werden können, werden sie durch eine doppelte Leerstelle getrennt: Erstens gibt es eine gewisse Vernachlässigung von Sexualität in den Intersektionalitätstheorien der Gender Studies. Zweitens lässt sich ein fortgesetztes Schweigen zu Intersektionalität in einer vorwiegend weißen Genealogie von Queer Theory beobachten. Kritische, vor allem anglo-amerikanische Perspektiven wie z. B. Queer of Color Critique und Queer Diaspora Critique, Queer Disability und Transgender Studies wie auch Queer Jewish Studies und Queer Class Ansätze haben dieses theoretische Dilemma aufgegriffen und die Debatte hin zu einem multidimensionalen queeren Verständnis von Identitätskonstruktion geöffnet. In dem Vortrag versuchen wir, einen imaginären ‚Trialog’ zu organisieren zwischen, erstens, den anglo-amerikanischen Formulierungen von intersektionalen und multidimensional queeren Perspektiven, zweitens, deutschen Versionen und Umarbeitungen dieser ‚reisenden’ Theorien in dis/simultanen Zeitrahmen, soziokulturellen Räumen sowie, drittens, unserem Vorschlag einer queeren Interdependenz als korrektiver Methodologie und reflexiver Perspektive auf die praktischen und epistemologischen Grenzen beider theoretischer Kulturen, d.h. Intersektionalität und Queer Theory. Aufgrund unserer Verortung in spezifischen akademischen Kulturen kommen die zu diskutierenden Beispiele hauptsächlich aus deutschen und anglo-amerikanischen Kontexten.
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Körpermodifikationen in BDSM und queerer Kultur – Kritische Gedanken zur Ethnisierung der Ästhetik und der Rassialisierung des Körpers
17 SepDr. Christian Klesse, Manchester
Freitag, 12.Dez.2008, 14.15 Uhr, Hörsaal XV des Melanchthonianums, Uniplatz 1, Halle
Techniken der Körpermodifikation wie z.B. piercing, tattooing, stretching, scarification, usw. spielten eine besondere Rolle in sex-positiven, schwulen, lesbischen, queeren und/oder BDSM Zusammenhängen lange bevor manche dieser Techniken populärer wurden. Studien zur jüngeren Geschichte der Körpermodifikation in westlichen Ländern gestehen lesbischwulen und BDSM erotischen Szenen durchaus eine VorreiterInnerolle zu. In BDSM und queeren Kontexten sind Körpermodifikationen oft Teil erotischer oder sexueller Praxis oder Darstellung. Für viele bestehen auch Anknüpfungspunkte zu Fragen der persönlichen Identität. Bezugnahme auf ‚ethnisierte Praxen’- auf rituelle Inszenierungen der Körpermodifikation oder kulturell spezifische Formen des Designs – sind oft explizit. Der Vortrag beschäftigt sich mit den vielfältigen Arten auf welche Körpermodifikationen als ‚transgressiv’ beschrieben werden. Das Interesse gilt insbesondere den diskursiven Momenten, in welchen (queere) Grenz-überschreitung sich in ethnisierten oder rassialisierten Konnotationen präsentiert. Gegenwärtige Körperkunst und radikale Körpermodifikation bedient sich oft aus dem Repertoire des Mythos vom ‚Primitiven’, einem kolonialen und postkolonialen imaginären Konstrukt, in welchem Körper und Sexualität mit ‚Race’ verschmelzen. Die unachtsame Reproduktion neo-primitiven Gedankenguts verweist auf Grenzen hinsichtlich des progressiven Potentials gegenwärtiger sex-radikaler queerer Bewegungen. Die Ethnisierung oder Rassialisierung des Transgressionsmodelles findet seine Fortsetzung auf der Eben der Queeren Theorie. Der Vortrag führt mich somit von einer Diskussion bestimmter Praxen der Körpermodifikation zu einer grundlegenden Kritik (queerer) Transgressionskonzepte.
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