Schlagwort-Archiv: Transgender

Diesen Freitag: Vortrag & Diskussion zu Transrespekt und Transphobie

20 Mar

Mit welchen Arten von transphobem Verhalten sind Transmenschen konfrontiert? Wie wird ihnen oft durch Kleinigkeiten der Alltag erschwert? Welche Möglichkeiten gibt es, Transmenschen zu unterstützen?

Diesen Freitag, den 22.03.2013, gibt es im Frauenzentrum Weiberwirtschaft ab 20 Uhr einen Themenabend zum Thema Trans*, zu dem alle Interessierten herzlichen eingeladen sind. Der Eintritt ist frei!

Als Einstieg ins Thema wird Martina Riehm (ehrenamtliche Mitarbeiterin bei que(e)r_einsteigen und Informatikerin) einen Vortrag zum Thema “Transrespekt und Transphobie” halten. Anschließend gibt es Möglichkeit zur offenen Diskussion.

Sprache: Deutsch

Zielgruppe: Alle, insbesondere Menschen, die noch nicht so viel mit trans* zu tun hatten.

Kommentar zum Titel der von uns beworbenen Ausstellung “ErSieEs – Spurensuche zwischen den Geschlechtern”

21 Apr

Que(e)r_einsteigen bewirbt seit einiger Zeit eine Fotografie-Ausstellung. Deren Titel „ErSieEs – Spurensuche zwischen den Geschlechtern“ provozierte eine Diskussion, zu der sich que(e)r_einsteigen bisher nicht geäußert hat. Dies wollen wir hiermit nachholen, da wir die kritischen Äußerungen, welche an uns herangetragen wurden, durchaus teilen. In der deutschen Sprache gibt es kein Pronomen, das die Binärität zwischen Mann und Frau auflöst. „Es“ ist dafür kein adäquates Wort. Dieses Pronomen bezeichnet vorrangig Gegenstände und seine Verwendung in Bezug auf Menschen degradiert diese auf herabwürdigende Weise zu einem “entsexualisierten Neutrum”. Zwar macht der Ausstellungstitel auch auf diese Schwierigkeit der deutschen Sprache aufmerksam, eine solche kritische Lesart ist aber nicht zwingend. Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, dass wir mit der Bewerbung der Ausstellung die Auffassung vertreten, “es” sei ein adäquates Pronomen für Personen. Menschen, die sich irgendwo auf dem Kontinum von Sex und Gender verorten wollen, empfinden die Verwendung in diesem Kontext zu Recht als Form sprachlicher Gewalt.
Wir begrüßen es jedoch trotz des fragwürdigen Titels, dass es diese Ausstellung gibt; durch das Medium Fotografie wird ein wichtiger Raum für das Konzept “queer” erzeugt. Die Fotografien spiegeln einen Blick durch das Objektiv, einen Blick, welcher bis dato kaum mit queeren Themen in Berührung kam und dennoch wird es erreicht, dass die behutsamen und unaufdringlichen Aufnahmen dem_der Betrachter_in verwehren, die abgebildeten Personen als Mann oder Frau zu kategorisieren. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Ausstellung und damit auch den naiv-wirkenden Titel als eine Chance, durch den veruneindeutlichenden Blickwinkel die Dichotomie der engmaschigen Geschlechtsvorstellungen aufzuweichen und “liquid genders” nicht im mehrheitsgesellschaftlichen Diskurs verschwinden zu lassen. Wir verstehen als Anliegen der Ausstellung, genau auf diesen Aspekt hinzuweisen und nicht Geschlechtsidentitäten jenseits der binären Einteilung zu exotisieren oder zu diskriminieren. Einerseits sehen wir also die Notwendigkeit, über eine stärkere Sensibilisierung für den Sprachgebrauch (z.B. „er_sie“) auch die Sichtweisen auf die Welt zu vervielfältigen, andererseits macht aber die Benutzung des Pronomens „es“ dieses Problem für Menschen, die darauf noch nicht aufmerksam geworden sind, überhaupt erst einmal sichtbar. Wir laden euch dazu ein, euch mit uns darüber den Kopf zu zerbrechen!

Dr. Nina Schuster – Urban Queer Spaces: Raumproduktionen von Drag Kings und Transgender

22 Okt

03.11.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Universitätsplatz 1, Halle

Viele Queers, also Menschen, die sich selbst als lesbisch, schwul, bisexuell, Drag Kings, Drag Queens, transgender, intersexuell oder… bezeichnen, haben ein gespaltenes Verhältnis zu städtischen öffentlichen Räumen. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Raum durch heterosexuelle Normen geprägt ist, die sich auf nahezu alle Dinge des Alltagslebens beziehen. Entsprechende Normen geben vor, welche Daseinsformen als normal, welche als abweichend zu gelten haben, welche sichtbar gemacht werden und welche unsichtbar sein sollen. Menschen, die sich nicht diesen geschlechts- und sexualitätsbezogenen Normen anpassen können bzw. wollen, werden auch heute noch mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert, häufig verbunden mit Gewalt. Zugleich gibt es seit vielen Jahrzehnten zahlreiche Formen der Aneignung und Produktion queerer Räume – in städtischen öffentlichen Räumen ebenso wie in gegenöffentlichen Bereichen.

Der Vortrag diskutiert anhand von Beispielen der Raumproduktion von Drag Kings und Transgender, wo und wie queere Räume in verschiedenen Städten hergestellt werden, mit dem Ziel, sich einer Definition queerer Räume anzunähern. Anschließend kann gemeinsam diskutiert werden, inwiefern queere Räume bereits die Stadt prägen und welche Möglichkeiten bestehen, auch weiterhin und verstärkt Normen, die sich im Raum niederschlagen, zu unterwandern und zu verändern.

Weitere Informationen zu Nina Schuster findet ihr hier.

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