Dr. Susanne Schultz: Umkämpfte Selektion: Präimplantationsdiagnostik in der Debatte

10.12.2015, 19:00, Audimax HS XXIII

Seit 2011 ist die Präimplantationsdiagsostik (PID) nun in Deutschland legalisiert, und derzeit werden die bioethischen Verfahren etabliert. In den 1990er und beginnenden 2000ern gab es in Deutschland noch eine breitere gesellschaftliche Kritik an einem Diagnoseverfahren, das eine Linie zieht zwischen denen, deren Existenz erwünscht ist und denen, deren Leben als nicht lebbar, voller Leiden bzw. als zu belastend für die Frau oder Eltern gilt. Welche politischen Auseinandersetzungen gab es um die PID  – und wie kam es zur Legalisierung? Und wie können feministisch/antieugenische Positionen dazu heute weiterentwickelt sowie gestärkt werden? Das wollen wir nach einem Input zum Stand der Dinge und zur Geschichte politischer Kämpfe (auch im breiteren Kontext aktueller Reproduktionsmedizin und Biopolitik) diskutieren.

Zur Person:
Susanne Schultz arbeitet beim Gen-ethischen Netzwerk Berlin zu den Themen Biopolitik, Humangenetik und Reproduktionsmedizin und hat gerade in der Gruppe kitchen politics das Buch „Sie nennen es Leben. Wir nennen es Arbeit. Biotechnologie, Arbeit und Familie im 21. Jahrhundert“ herausgegeben (bei edition assemblage). Sie hat Politikwissenschaft an der FU Berlin studiert und zum Thema „Hegemonie – Gouvernementalität – Biomacht. Reproduktive Risiken und die Transformation internationaler Bevölkerungspolitik“ promoviert. Aktuell forscht sie zu Migrations- und Familienpolitik in Deutschland und lehrt an der Uni Wien.

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