Inhaltliche Ausrichtung

Idee
Ansatz und Motivation

Inhaltliche Ausrichtung

Die Vorlesungsreihe versteht sich selbst als eine, die sich im weitesten Sinne mit dem Terminus „queer“ auseinandersetzt. Entsprechend liegt dem thematischen Zuschnitt ein breites Verständnis von „queer“ zugrunde, das über den oft damit verbundenen Sinngehalt des „schwul-lesbischen“ hinausgeht und „queer“ als umfassenderen Begriff kennzeichnet.

Mit Perko (2005) kann er in einem pluralen Sinn als „politisch-strategischer Überbegriff für alle Menschen verwendet (werden), die der gesellschaftlich herrschenden Norm nicht ent-sprechen oder nicht entsprechen wollen… In diesem Sinne richten sich Queer-Theorien grundsätzlich gegen eindeutige Kategorisierungen und Identitätspolitiken“ (ebd.: 19) und hat damit als notwendige Grundlage die Forderung nach der Anerkennung, „dass sich alle Menschen definieren können, wie sie und so sie es wollen“ (ebd.: 20). Diese Vorstellung beruhen unter anderem auf den Arbeiten Butlers (1991, 1995), die queer als Begriff für Zugehörigkeit konzeptualisiert hat, der notwendigerweise unterbestimmt bleiben muss, da er das Repräsentierte niemals vollständig repräsentieren kann und somit immer ein „Mehr“ an Beschreibungsmöglichkeiten beinhaltet, als bisher angenommen. (vgl. Butler 2005: 316; Perko 2005: 20).

Queer greift damit in das bestehende Verständnis gesellschaftlicher Ordnungsvor-stellungen ein und ist bspw. auch in der Lage, produktiv mit Phänomenen, die die bestehende heterosexuelle Matrix in Frage stellen, umzugehen. Dabei geht es nicht um ein assimilierendes Verständnis sondern darum, gesellschaftliche Räume auch für bisher schwer denkbare Lebensentwürfe zu öffnen, indem identitätsnormierende Praktiken, die entlang von Herrschaftsverhältnissen entstehen, als solche entlarvt und kritisiert werden können.

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