Julia Gutjahr: „Keine halben Sachen, sondern ganze Tiere“. Zur Konstruktion von Männlichkeit durch Fleischkonsum

03.12.2015, 19:00, Löwengebäude HS XIV a/b

Essen und Ernährung sind kulturell geprägte Phänomene und können nicht losgelöst von gesellschaftlichen Normen betrachtet werden. Dies gilt ebenso für das Verhältnis der Geschlechter. Insbesondere das Nahrungsmittel Fleisch spielt durch symbolische Bedeutungen eine Rolle bei der gesellschaftlichen Herstellung von Geschlechtsidentitäten. So gilt zum Beispiel das Essen großer Fleischmengen als männlich, Fleischverzicht hingegen wird mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht. Diese Zusammenhänge von Ernährung, Mensch-Tier-Beziehung und Geschlechterverhältnis sollen in dem Vortrag näher beleuchtet werden. An Hand der Männerkochzeitschrift „BEEF!“ soll unter anderem aufgezeigt werden, auf welche Weise durch Fleisch-Konsum bestimmte Formen von Männlichkeit, in diesem Fall von „hegemonialer Männlichkeit“, produziert werden.

Zur Person:
Julia Gutjahr studierte Soziologie, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft sowie systematische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Sie arbeitet seit einigen Jahren wissenschaftlich zum Mensch-Tier-Verhältnis. Ihre Erkenntnisinteressen liegen hier vor allem auf der Analyse der Ambivalenzen der Mensch- Tier-Beziehung, des Verhältnisses zu Nutztieren, sowie des Fleischkonsums. Weitere Forschungsinteressen stellen neben der Frauen- und Geschlechterforschung auch gesellschaftstheoretische Ansätze, hier vor allem die kritische Theorie der Frankfurter Schule, dar. Derzeit promoviert Julia Gutjahr zur Geschlechterkonstruktion in der Nutztiermedizin.

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