Vinzent Vogt: Schubladendenken im Flüchtlingsrecht? Zur Anerkennung geschlechtsspezifischer Verfolgung.

3.11.2016, Donnerstag, 19 Uhr, Melanchthonianum HS XVIII

Schubladendenken im Flüchtlingsrecht? Zur Anerkennung geschlechtsspezifischer Verfolgung.

 

Flucht und Zwangsmigration haben in verschiedener Hinsicht genderspezifische Ursachen und Auswirkungen – sowohl bezüglich Fluchtgründen, Fluchtzielen, aber auch bezüglich besonderer Gefährdungslagen. Nach einem Überblick über diese genderspezifischen Aspekte von Flucht sowie über die Rechtssystematik des deutschen und europäischen Asylrechts nimmt der Vortrag insbesondere die Anerkennung von geschlechtsspezifischen Fluchtursachen ins Auge. Ausgehend vom Flüchtlingsbegriff der Genfer Flüchtlingskonvention soll aufgezeigt werden, wie in der früheren Rechtsprechung in Deutschland genderspezifische Verfolgung ausgeblendet wurde und wie queerfeministische Akteur*innen hier positive Veränderung in der Anerkennungspraxis erringen konnten. Weiterhin wird beleuchtet, welche Geschlechterkonstruktionen hinter dieser Einordnung stecken und wie dadurch die Gefahr der Essentialisierung von Identitäten besteht.

 

Vinzent Vogt beendet gerade sein Jurastudium an der Uni Halle und ist wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Dirk Hanschel. Er beschäftigt sich mit Migrationsrecht im Praxisprojekt Migrationsrecht in Halle, im Netzwerk Migrationsrecht sowie als Mitbegründer von refugee law clinics abroad. Außerdem arbeitet er zu Legal Gender Studies und Antidiskriminierungsrecht und hat in Halle das Forum Legal Gender Studies mitbegründet.

 

Hinweis:

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch beleidigende, sexistische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Gleiches gilt für Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch derartiges Verhalten in Erscheinung getreten sind.

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