Veranstaltungshinweise · Vortrag

Die Anderen – von der Abgrenzung vom Tier zur Abwertung von Menschen

Ihr seid herzlich eingeladen zum letzten Vortrag in diesem Semester! Am Donnerstag, den 29. Januar 2015 spricht Kalina Yovcheva zum Thema „Die Anderen – von der Abgrenzung vom Tier zur Abwertung von Menschen“. Die Veranstaltung findet wie gewohnt um 19.00 im Audimax der MLU, Hörsaal XXIII statt.

Weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr hier.

Zum Terminplan für die gesamte Vorlesungsreihe kommt ihr hier.

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch beleidigende, sexistische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Gleiches gilt für Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder die sind oder bereits in der Vergangenheit durch derartiges Verhalten in Erscheinung getreten sind.

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Veranstaltungshinweise

Veranstaltungstipp: Diskriminierungsbingo

Vortrag: Diskriminierungsbingo. Warum Ungleichheit keine Einbahnstraße ist….

11.07.2012, 19Uhr in der RosaLinde in Leipzig
Politik gegen Diskriminierung ist – auch und wohl gerade heute – ein wichtiges Instrument, um ungleiche soziale Verhältnisse zu benennen und zu problematisieren. In der Regel werden solche Politiken im Namen von Gruppen gemacht: im Namen „der Lesben“, „der Männer“ oder „der Behinderten“. Der Vorteil ist: Forderungen können klar formuliert und Lösungen relativ eindeutig beschrieben werden. Kompliziert wird es, wenn die Bedürfnisse und Problemlagen von verschiedenen benachteiligten Gruppierungen in einen Konflikt zueinander gestellt werden. Beispielhaft kann dies an der Auseinandersetzung „Muslime versus Schwule“ gezeigt werden, die – seit vielen Jahren – durch die Medien reist. Präzisiert man den Ausgangspunkt dieses angeblichen Konfliktes, dann wird klar, dass ein Problem in der Reduzierung der scheinbar beteiligten Gruppen auf je ein Merkmal der sozialen Ungleichbehandlung liegt.

Wir wollen versuchen, in unserem Vortrag genauer hin zuschauen: wie kann eine solche Verkürzung theoretisch aufgebrochen werden, wie können solche Konflikte präzise analysiert werden? Und: welche Konsequenzen kann eine neue Perspektive auf Ungleichheit und Ungleichbehandlung für gemeinsame Aktivitäten gegen Diskriminierung bedeuten?

Um uns diesen Fragen anzunähern, beschreiben wir zunächst kurz das Konzept der intersektionalen Analyse von Ungleichheit, führen es dann in einem zweiten Schritt beispielhaft vor um in einem dritten Schritt zu diskutieren, was das für politisches Handeln bedeuten kann.

Referent_innen:

Stefanie Krüger hat Diplomerziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert. Außerdem ist sie seit mehreren Jahren in einer studentischen Initiative, die Veranstaltungen zu Themen der queer theory organisiert, aktiv.

Klemens Ketelhut, M.A., ist staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, studierte Ökonomie, Soziologie und Rehabilitationspädagogik und arbeitet seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg am Institut für Pädagogik. Forschungsschwerpunkte: Historische Bildungsforschung sowie aktuelle Fragen der Gender- und Queerstudies.

Veranstalter_in: RosaLinde Leipzig e.V

Eintritt: kostenfrei

Workshops

Workshops zu Klassismus und Heteronormativität

Dank der freundlichen Projektförderung durch die Aktion Mensch und einer Kooperation mit dem Frauenzentrum Weiberwirtschaft können wir euch hiermit schon einmal verkünden, dass vom 11.-12.05.2012 ein Workshop zum Thema Klassismus und vom 01.-02.06.2012 ein Workshop zum Thema Heteronormativität in Halle stattfinden wird. Wir knüpfen damit an den bereits im letzten Jahr stattgefunden habenden Workshop zu Rassismus an. Ein weiterer Workshop zum Thema Rassismus sowie einer zum Thema Bodyismus sind ebenfalls für die Zukunft geplant.

Weitere Infos zu den bald stattfindenden Workshops sowie zu den Anmeldemodalitäten erfahrt ihr in Kürze hier.

 

Vortrag

Queering Diversity

02.02.2011, 19 Uhr, Radio Corax, Unterberg 11, Halle

Klemens Ketelhut/Thea Wende

Diversity avanciert in handlungstheoretischen Konzepten zunehmend zum Hoffnungsträger im Umgang mit als komplex wahrgenommenen Heterogenitätsstrukturen. So wird ökonomisch auf Diversity-Management gesetzt, um aus Unternehmen im weitesten Sinne multikulturelle Organisationen zu machen, um Vielfalt als Chance und nicht als Schwierigkeit zu interpretieren. Diversity-Education hingegen fokussiert auf unterschiedlich zusammengesetzte Klassen- oder Schulgemeinschaften und entwickelt Konzepte, die vorgefundene Vielfalt als positive Ressource zu begreifen und zu nutzen. Diese beiden Beispiele zeigen, welche Diskurse im Fahrwasser der Debatte um den Umgang mit Verschiedenheit mitschwimmen. Dennoch erscheint Diversity spätestens auf den zweiten Blick problematisch: die Umstellung von Ungleichheit auf Verschiedenheit, die dem Konzept zugrunde liegt, hat durchaus als kritisch zu bezeichnende Implikationen. War und ist Ungleichheit als sozialwissenschaftliche Kategorie nach wie vor anleitend für eine Erforschung und Auseinandersetzung vor allem mit ihren eigenen Ursachen (sei es in der klassisch-soziologischen Ungleichheitsforschung, sei es in neueren Ansätzen wie dem der Intersektionalität), kann Diversity als eine weitgehend pragmatisch verstandene Konzeption gelesen werden, die die Hintergründe des Vorgefundenen auszublenden scheint.

Der Salon will einen Raum eröffnen, dieses Spannungsfeld, das sich zwischen Verschiedenheit und Ungleichheit ergibt, genauer zu bestimmen und zu diskutieren. Dabei kann es sowohl um einen queeren Blick auf das Konzept von Diversity gehen als auch um die Auseinandersetzung der unterschiedlichen Vorgehen im Umgang mit Ungleichheit und Verschiedenheit und deren (politische, theoretische und/oder handlungsleitende) Implikationen.

Weitere Informationen zu Klemens Ketelhut und Thea Wende findet ihr unter Terminplan.

Vortrag

Queere Interdependenzen statt Intersektionalität

Dr. des Elahe Haschemi Yekani und Beatrice Michalis
21.Jan.2010, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

In unserem Vortrag möchten wir uns mit der Beziehung zwischen Queer Theory und Intersektionalität auseinandersetzen, die trotz offensichtlicher Parallelen zwischen beiden kritischen Bewegungen eine schwierige bleibt. Während beide Forschungsfelder über das gemeinsame Interesse an der Analyse multipler und konfligierender Prozesse der Identitätsformation miteinander verbunden werden können, werden sie durch eine doppelte Leerstelle getrennt: Erstens gibt es eine gewisse Vernachlässigung von Sexualität in den Intersektionalitätstheorien der Gender Studies. Zweitens lässt sich ein fortgesetztes Schweigen zu Intersektionalität in einer vorwiegend weißen Genealogie von Queer Theory beobachten. Kritische, vor allem anglo-amerikanische Perspektiven wie z. B. Queer of Color Critique und Queer Diaspora Critique, Queer Disability und Transgender Studies wie auch Queer Jewish Studies und Queer Class Ansätze haben dieses theoretische Dilemma aufgegriffen und die Debatte hin zu einem multidimensionalen queeren Verständnis von Identitätskonstruktion geöffnet. In dem Vortrag versuchen wir, einen imaginären ‚Trialog’ zu organisieren zwischen, erstens, den anglo-amerikanischen Formulierungen von intersektionalen und multidimensional queeren Perspektiven, zweitens, deutschen Versionen und Umarbeitungen dieser ‚reisenden’ Theorien in dis/simultanen Zeitrahmen, soziokulturellen Räumen sowie, drittens, unserem Vorschlag einer queeren Interdependenz als korrektiver Methodologie und reflexiver Perspektive auf die praktischen und epistemologischen Grenzen beider theoretischer Kulturen, d.h. Intersektionalität und Queer Theory. Aufgrund unserer Verortung in spezifischen akademischen Kulturen kommen die zu diskutierenden Beispiele hauptsächlich aus deutschen und anglo-amerikanischen Kontexten.

 

Download (54:46 min, 50 MB)

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Intersektionalität und queere Pädagogik – eine Verhältnisbestimmung

Dr. Jutta Hartmann, Hildesheim
04.Dez.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle

Intersektionalität steht als relativ neues Forschungsparadigma im Bereich der sozialen Ungleichheitsforschung in enger Verwandtschaft zur queer theory: beide erheben den Anspruch, multiple und konfligierende Kategorisierungsprozesse zu analysieren. Die Frage nach Verbindungen und Trennungen und schließlich nach dem Potential, das beide Ansätze füreinander entwickeln können, soll genauso erörtert werden, wie der Stellenwert von Intersektionalität für eine (queer verstandene) Pädagogik, die unter anderem Normierung und Normalisierung als zentrale Kategorien zu bearbeiten sucht.

Download (73:37 min, 67,3 MB)