Lesung · Veranstaltungshinweise

Laurie Penny: „Unspeakable Things“

Nachdem Laurie Penny schon in ihrem ersten Buch „Fleischmarkt“ feministische Themen mit Kapitalismuskritik verknüpfte, erschien 2014 ihr zweites Buch „Unspeakable Things“. Darin stellt die britische Bloggerin und Aktivistin scharfsinnig heraus, wie die neoliberalistische Konsumkultur Freiheiten einschränkt und wie stark Feminismus und Freiheit miteinander verknüpft sind.

Wütend und fulminant schreibt Penny auf der Basis ihrer persönlichen Erfahrungen über Selbstoptimierung, Fucked-up Girls, Lost Boys und sexuelle Gewalt (auch in der Occupy-Bewegung). Sie schlussfolgert: Der Backlash gegen sexuelle Freiheit für Frauen, Männer und alle anderen –  und gegen soziale Gerechtigkeit ist  – unübersehbar – und der Feminismus muss mutiger werden!

Wir wollen daher mit der Autorin über Lügen, Liebe, Freiheit und über mehr Vielfalt, Mut und Glitzer in Zeiten des Kapitalismus sprechen. Der Abend findet in englischer Sprache statt.

Dienstag | 22. März | 18:30 Uhr
Puschkinsaal | Kardinal-Albrecht-Straße 6 | Halle
Eintritt frei

Diesen ganz besonderen Abend präsentieren wir euch in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt 🙂

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung.

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Veranstaltungshinweise

Kongress Kapitalismus vs. Demokratie

Vom 30.11. bis 02.12.2012 findet in Köln der „Kapitalismus vs. Demokratie Kongress“ statt. Unter anderem mit Tove Soiland und Volker Woltersdorff, die auch im letzten Durchlauf von que(e)r_einsteigen mit einem Vortrag vertreten waren. Außerdem am Start: Sookee! Kongress-Tickets kosten 10 bis 25 €. Voraussichtlich wird es einen Bus von Halle geben, der euch kostenlos nach Köln und zurück befördert. Alle Infos dazu und zum Programm findet ihr hier: http://www.kapitalismusvsdemokratie.de/programm#close.

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Dr. Tove Soiland: Warum sich gesellschaftliche Verhältnisse nicht dekonstruieren lassen: Eine an Marx und Foucault orientierte Kritik an queer

25.01.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXII, Audimax, Uniplatz 1, Halle

Geschlechterverhältnisse lassen sich ebenso wenig dekonstruieren wie Produktionsverhältnisse. Mit dieser These tritt der Vortrag einer allzu simplen Vorstellung von der politischen Veränderbarkeit gesellschaftlicher Verhältnisse entgegen, wie sie sich im Umfeld der US-amerikanischen Cultural Studies entwickelt hat, in deren Tradition auch die Queer-Theorie steht. In einem lediglich vermeintlichen Rekurs auf den französischen Poststrukturalismus erscheinen gesellschaftliche Verhältnisse hier als primär durch Bedeutung konstituiert und darum auch auf der Ebene der Bedeutung verschiebbar. Produktionsverhältnisse und die dazugehörigen Subjektivierungsweisen, so wird der Vortrag argumentieren, lassen sich aber als Bedeutungsfestschreibungen nicht nur nicht beschreiben. Im Rahmen dieser kulturalistischen Umdeutung des historischen Materialismus kann auch nicht mehr verstanden werden, dass das – aus dieser Perspektive subversiv erscheinende – Instabilwerden von Identitäten zu den veränderten Produktionsbedingungen des spätkapitalistischen Akkumulationsregimes gehört. Dieser „kultureller Materialismus“ wird deshalb weder Marx Kritik der politischen Ökonomie noch Foucaults Spätwerk, das als Adaption des Marxismus für spätkapitalistische Gesellschaften gelesen werden kann, gerecht, sondern vergibt vielmehr deren gesellschaftskritisches Potential.

Mehr Infos zu Tove Soiland findet ihr hier.

Achtung: Der Vortrag findet entgegen des herkömmlichen Rhythmus an einem Mittwoch statt! Auch der Raum, Hörsaal XXII, ist ein anderer als sonst!

Vortrag

Dr. Volker Woltersdorff alias Lore Logorrhöe: It’s the Economy, Queer! Sexuelle Arbeit und neoliberaler Kapitalismus

17.11.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Universitätsplatz 1, Halle

Spätestens seit der Krise des neoliberalen Kapitalismus stehen ökonomische Fragen auch auf der Tagesordnung von Queer Politics. Das Verhältnis der Analyse von Kapitalismus und Heteronormativität war lange von wechselseitigen Auslassungen geprägt. Inzwischen häufen sich theoretische und politische Ansätze, die queer-feministische Perspektiven auf Arbeit und Kapitalismus eröffnen, zum Beispiel die Konzepte der „sexuellen Arbeit“ (Boudry/Kuster/Lorenz), der „divergenten Ökonomien“ (Gibson-Graham) oder der gouvernementalen Prekarisierung (Lorey). Trotzdem gibt es Konflikte um die Positionsbestimmung von Queer Politics innerhalb von Kapitalismuskritik. Dabei steht auf dem Spiel, welchen Stellenwert die Kritik an der Normalisierung von Sexualität und Geschlecht innerhalb der neoliberalen Gesellschaftstransformation hat und was sie zu möglichen Auswegen daraus beiträgt. Handelt es sich hier um gemeinsame, gegenläufige oder völlig getrennt verlaufende Kämpfe? In jedem Fall ist eine Perspektive sexueller und geschlechtlicher Emanzipation beim Nachdenken über Re-/Produktionsverhältnisse unerlässlich.

Weiter Informationen zu Volker Woltersdorff findet ihr hier.