Lesung · Veranstaltungshinweise

Laurie Penny: „Unspeakable Things“

Nachdem Laurie Penny schon in ihrem ersten Buch „Fleischmarkt“ feministische Themen mit Kapitalismuskritik verknüpfte, erschien 2014 ihr zweites Buch „Unspeakable Things“. Darin stellt die britische Bloggerin und Aktivistin scharfsinnig heraus, wie die neoliberalistische Konsumkultur Freiheiten einschränkt und wie stark Feminismus und Freiheit miteinander verknüpft sind.

Wütend und fulminant schreibt Penny auf der Basis ihrer persönlichen Erfahrungen über Selbstoptimierung, Fucked-up Girls, Lost Boys und sexuelle Gewalt (auch in der Occupy-Bewegung). Sie schlussfolgert: Der Backlash gegen sexuelle Freiheit für Frauen, Männer und alle anderen –  und gegen soziale Gerechtigkeit ist  – unübersehbar – und der Feminismus muss mutiger werden!

Wir wollen daher mit der Autorin über Lügen, Liebe, Freiheit und über mehr Vielfalt, Mut und Glitzer in Zeiten des Kapitalismus sprechen. Der Abend findet in englischer Sprache statt.

Dienstag | 22. März | 18:30 Uhr
Puschkinsaal | Kardinal-Albrecht-Straße 6 | Halle
Eintritt frei

Diesen ganz besonderen Abend präsentieren wir euch in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt 🙂

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung.

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Veranstaltungshinweise · Vortrag

Vortrag am 30.10.2014: Der gesellschaftliche Blick auf Prostitution: Zwischen „Sexarbeit“ und „Ausbeutung“

Wir freuen uns schon auf den ersten Vortrag in diesem Wintersemester in unserer Vorlesungsreihe.

Am 30.10.2014 um 19:00 Uhr findet im Hörsaal XXIII des Audimax (Universitätsplatz, Halle) der Vortrag von Sonja Dolinsek (Geschichtswissenschaft, Erfurt/Berlin) statt. Unter dem Titel Der gesellschaftliche Blick auf Prostitution: Zwischen „Sexarbeit“ und „Ausbeutung“ analysiert die Referierende die Debatte um die rechtliche Regelung von Prostitution und steht anschließend für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Wir laden alle Interessierten herzlich ein.

Zur Beschreibung

Hier geht es weiter zur Terminübersicht für dieses Wintersemester.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die durch beleidigende, sexistische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Gleiches gilt für Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder die sind oder bereits in der Vergangenheit durch derartiges Verhalten in Erscheinung getreten sind.

Workshops

Anmeldezeitraum für den nächsten Workshop hat begonnen!

Ab jetzt könnt ihr euch für unseren nächsten Workshop zum Thema „Schön normal? Schönheitsideale und Körpernormen“ anmelden. Alle wichtigen Infos findet ihr auf unserem Flyer:
Flyer WS Körper

Veranstaltungshinweise · Vortrag

Radiointerview mit Klemens Ketelhut zum Vortrag „Konstruktion von Körper und Geschlecht“

Hier gibt es ein spannendes Interview, welches Radio F.R.E.I. mit Klemens Ketelhut zu seinem Vortrag „Konstruktion von Körper und Geschlecht“ geführt hat. Den Vortrag in voller Länge mit anschließender Diskussion könnt ihr am kommenden Montag (30.04.2012) im Veto in Erfurt hören.

Vortrag

Deviante Körper

17.03.2011, 19 Uhr, Radio Corax, Unterberg 11, Halle/Saale

Ira Schumann/Klemens Ketelhut

In einem ersten Schritt soll es um die Frage gehen, warum manche Körper als deviant, als nicht normal eingestuft werden und wie solche Einstufen mit dem Erhalt sozialer Ordnung zusammenhängen könnten. Nach diesem allgemeinen Teil wird spezieller der „behinderte“ Körper und seine stabilisierende Funktion für die Idee von Nichtbehinderung, von Unversehrtheit in den Blick genommen.

Weitere Informationen zu Ira Schumann und Klemens Ketelhut findet ihr unter Terminplan.

Uncategorized · Vortrag

Zur Gegenwartsgeschichte des (Frauen-)Körpers

27.01.2011, 19 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

Prof. Dr. Barbara Duden

In einem streitbaren Essay argumentierte Barbara Duden (2002) gegen die Forderung des Bundesverfassungsgerichts in der Entscheidung über den Schwangerschaftsabbruch (1993), den sinnträchtigen Menschen durch „ein Leben“ zu ersetzen. Sie wies darauf hin, dass das dem Urteil zugrundeliegende „Körperverständnis“ der Richter auf eine (unkritischen) Übernahme wissenschaftlich-technisch generierter „Tatsachen“ beruhte und auf deren Unkenntnis der Wirkmacht des neuen Mythologems „ein Leben“. Im Vortrag wird der Einsatz des Rechtes als sozial normierende Instanz, am Beispiel des frühen und späten Schwangerschaftsabbruchs, Thema sein – allerdings hat sich die Zielrichtung der Rechtsprechung verschoben: heute geht es um die Freisetzung der Klientinnen in die Position eines selbstbestimmten Entscheidungsfinders. Die Frage, die sich daran anschließt, zielt auf die reflexive Symbolmacht dessen, was durch Referenzen auf biomedizinische und verwaltungstechnische Begriffe heraufbeschworen wird. Wie wird das persönliche Selbstgefühl von Frauen (solchen die gerade als „schwanger“ diagnostiziert wurden und solchen, die hochschwanger sind) durch den Zwang zur „Selbstbestimmung“ und zur „Entscheidung“ untergraben?

Weitere Informationen zu Barbara Duden sowie ausgewählten Veröffentlichungen findet ihr unter Terminplan.

Download (1:06; 60,6MB)

Vortrag

Andere Sichtbarkeiten? Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung

11.11.2010, 19 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

Katharina Morawek

Public Enemy Rapper Chuck D hat mal gesagt, Hip Hop sei the Black CNN. Nun hat dieses Schwarze CNN nach 30 Jahren Sendezeit zwar spielend die Reichweite des US-amerikanischen Nachrichtensenders überschritten, nicht aber dessen Fähigkeit zum Versprühen gesellschaftlicher Hegemonie. Hip Hop als solcher wird immer wieder für seinen angeblich inhärenten Sexismus und seine Homophobie kritisiert und zwar vor allem von weißen Medien.

Die Folie, vor der die scheinbare heterosexuelle Dominanz in der Hip Hop Kultur gechallenged wurde, war das Thema der Homophobie.

Das Bild vom „sexistischen und homophoben Hip Hop“ ist eng verknüpft mit der Projektion, Kulturen des Hip Hop würden lediglich aus Schwarzen, männlichen, heterosexuellen Körpern bestehen – ein Paradigma, das die Soziologin Tricia Rose als „highly visible commercialized rap“ bezeichnet. Die Matrix, die dieser Wahrnehmung zu Grunde liegt, ist eine des Weiss-Seins, welches die eigene Position innerhalb von Populärkultur nicht hinterfragt. Doch wird das reibungslose Kursieren von mit Hip Hop verbundenen, stereotypen Bildern immer wieder von Hip Hop Artists in Frage gestellt und seit einigen Jahren sogar empfindlich gestört: Hip Hop wird offiziell ge-queert. Dabei kommen Repräsentationsstrategien zum Einsatz, die zwischen Parodie und Selbstbehauptung andere Sichtbarkeiten anstreben.
Der Vortrag wird einige Strategien queerer Artists vorstellen.

Weitere Informationen zu Katharina Morawek sowie ausgewählten Veröffentlichungen findet ihr unter Terminplan.

Download(55min; 51,4 MB)

Vortrag

Doing Gender, Doing Whiteness, Doing TAB – Queer im Fokus intersektionaler Kritik

Dr. Eske Wollrad
03.Dez.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

Queere Bewegungen und Theorien, die auf die Dekonstruktion vermeintlich biologisch bestimmter Geschlechter und Sexualitäten zielen, haben nicht nur große Begeisterung ausgelöst, sondern auch kritische Stimmen auf den Plan gerufen. Heute kommen diese nicht mehr nur aus der traditionellen Genderforschung, sondern ebenso aus postkolonialer Theorie wie aus den Disability Studies, die die Normativität des „zeitweise Nicht-Behindertseins“ (temporarlily able-bodiedness – TAB) problematisieren.

Der Vortrag behandelt zum einen die Gemeinsamkeiten der Queer sowie der Critical Whiteness Studies. Der zweite Teil diskutiert die Unterschiede zwischen beiden und die „weißen Flecken“ der Queer Theorien. Im letzten Teil werden grundlegende Kritikpunkte an Queer seitens der Disability Studies vorgestellt, die verdeutlichen, dass sich normative Vorstellungen hinsichtlich des „doing gender“ nur auf in bestimmter Weise konstruierte Körper beziehen.

Download (38:30 min, 35,2 MB)

Uncategorized

Körpermodifikationen in BDSM und queerer Kultur – Kritische Gedanken zur Ethnisierung der Ästhetik und der Rassialisierung des Körpers

Dr. Christian Klesse, Manchester
Freitag, 12.Dez.2008, 14.15 Uhr, Hörsaal XV des Melanchthonianums, Uniplatz 1, Halle

Techniken der Körpermodifikation wie z.B. piercing, tattooing, stretching, scarification, usw. spielten eine besondere Rolle in sex-positiven, schwulen, lesbischen, queeren und/oder BDSM Zusammenhängen lange bevor manche dieser Techniken populärer wurden. Studien zur jüngeren Geschichte der Körpermodifikation in westlichen Ländern gestehen lesbischwulen und BDSM erotischen Szenen durchaus eine VorreiterInnerolle zu. In BDSM und queeren Kontexten sind Körpermodifikationen oft Teil erotischer oder sexueller Praxis oder Darstellung. Für viele bestehen auch Anknüpfungspunkte zu Fragen der persönlichen Identität. Bezugnahme auf ‚ethnisierte Praxen‘- auf rituelle Inszenierungen der Körpermodifikation oder kulturell spezifische Formen des Designs – sind oft explizit. Der Vortrag beschäftigt sich mit den vielfältigen Arten auf welche Körpermodifikationen als ‚transgressiv‘ beschrieben werden. Das Interesse gilt insbesondere den diskursiven Momenten, in welchen (queere) Grenz-überschreitung sich in ethnisierten oder rassialisierten Konnotationen präsentiert. Gegenwärtige Körperkunst und radikale Körpermodifikation bedient sich oft aus dem Repertoire des Mythos vom ‚Primitiven‘, einem kolonialen und postkolonialen imaginären Konstrukt, in welchem Körper und Sexualität mit ‚Race‘ verschmelzen. Die unachtsame Reproduktion neo-primitiven Gedankenguts verweist auf Grenzen hinsichtlich des progressiven Potentials gegenwärtiger sex-radikaler queerer Bewegungen. Die Ethnisierung oder Rassialisierung des Transgressionsmodelles findet seine Fortsetzung auf der Eben der Queeren Theorie. Der Vortrag führt mich somit von einer Diskussion bestimmter Praxen der Körpermodifikation zu einer grundlegenden Kritik (queerer) Transgressionskonzepte.

Download (66:23 min, 60,6 MB)