Veranstaltungshinweise · Vortrag

Gesa Mayer: Mein Ein und Alles? Zur (De-)Konstruktion romantischer Liebe

Der erste Vortrag im neuen Jahr, der letzte des Wintersemesters… und ein Thema, das uns seit Jahren immer wieder beschäftigt: Liebe. Gesa Mayer wird sie in ihrem Vortrag historisieren und dekonstruieren, und wir können mit ihr diskutieren.

Zeit: Donnerstag, 14.01.2016, 19.00

Ort: Audimax Hörsaal XXIII

Weitere Infos zum Vortrag und zur Vortragenden findet ihr hier.

Hinweis:

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die der faschistischen Szene zuzuordnen sind oder durch rassistische, nationalistische, antisemitische, islamophobe, sexistische, homophobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen und Symboliken in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Gleiches gilt für Personen, die bereits in der Vergangenheit durch derartiges Verhalten in Erscheinung getreten sind.

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Vier Workshops suchen noch weitere Teilnehmer_innen!

Kju_Point 2014 – Workshops in Halle (Saale) 

Mi I 8. Oktober I 14:00–19:00

trans*inter* – was heißt das überhaupt und was hat das mit mir zu tun?

Ein Workshop zu den Unwegsamkeiten von Geschlechtern

von Marek Sancho Höhne

Was bedeuten Geschlecht und gender für uns in unseren Alltagen? Wie leben wir gender jeden Tag? Wann entscheiden wir uns, welchen Rock, welche Hose, welche Bluse, welches Hemd wir tragen? Wer schminkt sich wann und wer darf in welchen Kontexten den Glitzernagellack tragen? Was heißt es für uns persönlich, dass gender unsere Alltage bestimmt? Warum müssen manche Menschen immer gut geschminkt sein, während es für andere verpönt ist? Wie verlaufen Geschlechtergrenzen und was macht aus, wer als weiblich oder männlich gelesen wird?

Was bedeutet es, trans*, inter* oder queer verortet zu sein? Welche rechtlichen und medizinischen Grundlagen gibt es eigentlich in Bezug auf trans* und inter* Körper? Und mit welchen Herausforderungen sehen sich inter* und trans* Personen im Alltag konfrontiert? Woher wissen Menschen eigentlich, welche gender sie leben wollen und wie wird ihnen das verwehrt? Und was ist eigentlich Transphobie?

Wenn ihr Lust habt, euch darüber Gedanken zu machen, was Geschlecht in unseren Alltagen bedeutet und welche Auswirkungen das für trans*und inter* Personen hat, seid ihr hier genau richtig.

Marek Sancho Höhne ist Aktivist*, Wissenschaftler* und freiberuflicher Gendertrainer* aus Berlin. Seit 2010 arbeitet er für_im_am Transgenderradio, Berlin.

Teilnahmebeitrag: 5 € / Anmeldung an kju_point@gmx.de

Sa I 11. Oktober I 11:00–17:00

Definitionsmacht und Konsens FLT*I*Workshop für Frauen, Lesben, Trans*und

Inter*Menschen

von Team F (Hamburg)

Im ersten Teil wollen wir uns der Definitionsmacht widmen: Was ist Definitionsmacht? Welchen Zweck erfüllt diese? Wie taucht diese im eigenen Leben auf und kann dort umgesetzt werden? Wir arbeiten dabei mit Rollenspielen, in denen die Teilnehmer_innen nicht aktiv mitwirken müssen. Welche Schwerpunkte die Diskussionen hierbei haben werden, richtet sich nach euren Bedürfnissen. Denkbar wären zum Beispiel Unterstützungsarbeit und Selbstschutz, Definitionsmacht vs. juristische Praxis, Möglichkeiten des konkreten Handelns

Im zweiten Teil des Workshops soll es dann darum gehen, mit der Vorstellung des „Yes means Yes“Konzepts einen positiven, auf Konsens bedachten Weg zur Sexualität aufzuzeigen und zu überlegen, wie dieses praktischen Einzug in das eigene Leben finden kann. Auch hier arbeiten wir wieder mit Rollenspielen ohne die aktive Einbindung der Teilnehmer_innen. Wir wollen bewusst möglichst alltägliche Situationen aufzeigen, anhand derer sich dann unterschiedliche Umgänge und Probleme, die dabei auftauchen, diskutieren lassen.

Am zweiten Teil des Workshops kann teilgenommen werden, ohne den ersten Teil besucht zu haben. Allen Teilnehmer_innen des Definitionsmacht-Teils empfehlen wir, auch zum zweiten Teil zu kommen!

Im Workshop können sensible und möglicherweise triggernde Themen angesprochen werden. Bitte seid euch dessen bewusst.

Team F., das sind: Laura, Mitarbeiterin des AlleFrauen*Referats der Uni Hamburg, und Navina, Autorin der Broschüren Aufbruch, Wegbegleitung und Kompass (Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt).

max. 20 Teilnehmer_innen

Teilnahmebeitrag: 5 € / Anmeldung an kju_point@gmx.de

So I 12. Oktober I 12:00 – 18:00

Poly will nen Keks.

Poly(amorie)Empowerment für Praktizierende und Erstbegeisterte

Workshop von Katharina und Sabine (kju_pointTeam,Halle)

 

„Was denken denn deine Eltern davon? Und deine Kolleg*innen erst? Überhaupt,wie wollt ihr so ein Kind groß ziehen? Und ist Eifersucht nicht schreeeeecklich?“– Wenn Beziehungsweisen zur Sprache kommen, die einvernehmlich mehr als zwei Personen umfassen, wird eines auffällig: eine problembezogene Herangehensweise an das Thema. Das kann manchmal ganz schön nerven. Als würde Poly so gar keine schönen Dinge mit sich bringen!

Unser Workshop versucht, das Thema „Polyamorie“ einmal von einer anderen Seite anzugehen: Er möchte diejenigen unter euch versammeln, die schon einmal in ihrem Leben die Erfahrung gemacht haben (oder gerade machen), gleichzeitig einvernehmliche Beziehungen zu mehr als einem Menschen zu führen – oder auch nur führen zu wollen, zeitgleich in mehr als einen Menschen verliebt zu sein, in Wahlverwandtschaften zusammen zu leben usw.

In zwei Blöcken, die Gruppenarbeiten wie auch kurze Diskussionsrunden umfassen, könnt ihr eure Erfahrungen austauschen, Ordnung ins Beziehungschaos bringen, neues Chaos in alte Ordnungen bringen, eure Wünsche sortieren. Die behandelten Themen ergeben sich aus eurer eigenen Bedürfnislage; es wird viel Raum für die Arbeit an eigenen Fällen/Situationen gegeben werden.

Wir freuen uns auf unterschiedliche Sichtweisen aufs Thema, die sich aus euren unterschiedlichen Hintergründen ergeben.

Zwischen den Blöcken wird es eine längere Mittagspause geben. Wir stellen einige Snacks bereit – weitere vegan/vegetarische Mitbringsel sind sehr gern gesehen.

Katharina hat Kulturwissenschaften in Halle studiert und ist in verschiedenen queeren und queerfeministischen Zusammenhängen aktiv. Gegenwärtig arbeitet sie in einem Forschungsprojekt zur Lebenssituation transidenter Kinder und Jugendlicher in SachsenAnhalt.

Sabine studiert interdisziplinäre Kulturwissenschaft und schaut dabei immer wieder mit einer queerfeministischen Perspektive ins 18. Jahrhundert. Derzeit werkelt sie an ihrer Masterarbeit, in der sie unter anderem über Emanzipation, Authentizität und Aufklärung nachgrübelt. Sie ist seit Jahren in verschiedensten queerfeministischen Projekten in Halle aktiv.

Beide leben seit einigen Jahren polyamor miteinander und mit anderen Menschen.

Teilnahmebeitrag: 5 € / Anmeldung an kju_point@gmx.de

 

 

Fr I 17. Oktober I 12:00 – 17:00

Das nervt! – oder: Wie „Spaßbremsen“ und „Correctnessgelaber“ zur empowernden Identität werden können

Workshop von Lann Hornscheidt und Anna Damm (Berlin)

Kennst du das auch? Alle um dich rum lachen über eine antisexistische Sprachveränderung – und dir bleibt das Lachen im Hals stecken; einige in deiner Sportgruppe sagen so richtig krasse rassistische Dinge und merken es noch nicht mal und du wirst da sowieso immer als die Spaßbremse angesprochen. Die Dozent_in erklärt, dass das, was sie sagt, gar nicht diskriminierend sei, weil es im Altgriechischen, wo das ja alles herkomme, was ganz anderes bedeutet. Du gehst nicht mehr in Seminare, weil du es nicht mehr aushältst, immer falsch gegendert zu werden, immer mit ‚Frau‘ oder ‚Herr‘ angesprochen zu werden. Du traust dich nicht anzusprechen, dass das Seminar nur aus weißen, nichtbehinderten Personen besteht und auch nur Texte von solchen Personen gelesen werden und diese Perspektiven als ‚neutral‘ und ‚normal‘ hergestellt werden.

Kennst du das auch – diese und viele ähnliche und andere Situationen? In dem Workshop wollen wir ausprobieren, wie wir mit solchen Situationen produktiv und empowernd für uns und andere umgehen können; wie wir diese Situationen analysieren und verstehen können; wie wir neue Argumentationen ausprobieren können; wie wir merken können, wann es gar nicht mehr umKommunikation, sondern nur noch um Übertönen und Zumüllen geht. Wir diskutieren und probieren aus, wie wir Allianzen finden können, wie wir uns gegenseitig supporten und um uns kümmern können und wie wir uns selbst und anderen, die diskriminiert sind, Anwesenheiten verschaffen können.

Anna Damm ist Teil der AG Feministisch Sprachhandeln, des Referats für Queer_Feminismus des Referent_innenRats der Humboldt Uni und der Antidiskriminierungsberatung des RefRats.

Lann Hornscheidt ist ebenfalls Teil der AG Feministisch Sprachhandeln. Er ist aktiv in Lehre und Ausprobieren neuer antidiskriminierender Sprach und Kommunikationsformen, ist weiß und nichtbehindert privilegiert, transverortet; tätig an der HumboldtUniversität zu Berlin.

Teilnahmebeitrag: 5 € / Anmeldung an kju_point@gmx.de

Die Workshops finden statt im

Q.

Hardenbergstraße 23

06114 Halle (Saale)

Veranstaltungshinweise

Veranstaltungstipp: Gesprächskreis Polyamory

Am 17.07.2013 um 20 Uhr wird es in Leipzig in der joseph_ine (Bäckerei, Josephstraße 12) einen Gesprächskreis/ein Vernetzungstreffen zum Thema „PolyAmory/QueerQuestioning-Amory“ im Rahmen der CSD-Woche geben. Dazu laden Boris Krumnow (AG Sexualität und Gesellschaft, Rosa Luxembug Stiftung) und Jacob Wagner (linXXnet e. V., Linksjugend Leipzig) alle Interessierten herzlich ein:

„Die Veranstaltung findet im Rahmen von ‚joseph_ine – queer-feministischer abend‘ statt. Wir wollen mit mit diesem Treffen sowohl neue Zielgruppen ansprechen, z.B. Menschen, die sich gerade anfangen mit dem Thema zu beschäftigen und möglicherweise den CSD als ersten Anlaufpunkt wählen, gleichzeitig kann es als Vernetzungsangebot zwischen den bereits Aktiven dienen, welche wir soweit wir sie finden anschreiben werden.
Der Begriff und das Konzept PolyAmory ist umstritten – Offene /komplexe bzw. Mehrfach-Beziehungen sind dagegen gelebte Praxis. Wir laden Praktizierende und am Thema interessierte zu einem ersten Gesprächskreis ein. Dabei können wir darüber diskutieren, ob wir einen „Ort“ bzw. eine lokale Plattform brauchen, um über unsere Lebensweise theoretisch zu reflektieren, über unsere Beziehungen zu reden und die Öffentlichkeit über nicht normative Beziehungsmodelle zu informieren.“

Vortrag

Gesa Mayer/Robin Bauer: MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, der Aushandlungsprozesse und des Bekanntgehens

01.12.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Uniplatz 1, Halle

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…“ Das selbstverständlich zu zweit und in aller Regel auch heterosexuell. Das Lebenskonzept der monogamen Zweierbeziehung ist weit verbreitet und wird nur selten infrage gestellt, obwohl man angesichts der hohen Zahl von sogenannten Seitensprüngen in angeblich monogamen Beziehungen von einer Doppelmoral sprechen muss. Doch nicht nur Heterosexuelle sehen in dieser Art des Zusammenlebens oftmals den einzig „richtigen“ Weg, glücklich zu werden. Auch viele lesbischwule Menschen reproduzieren die scheinbar selbstverständliche Idee der romantischen Zweierbeziehung, wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerpunkts schwul-lesbischer Politik auf die Forderung der „Homo-Ehe“ in den 1990er Jahren verdeutlicht. Zwar ist die sogenannte offene Beziehung in Teilen der schwulen Subkultur eher die Norm als sexuelle Exklusivität, diese stellt jedoch die Vorstellung, es gebe den einen richtigen Partner, kaum infrage.

Auf der Grundlage ihrer empirischen Forschung stellen Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren Vorträgen der Norm der Monogamie die Vielfalt der in unserer Gesellschaft tatsächlich gelebten Beziehungsformen entgegen. Sie zeigen, dass die Monogamie-Norm maßgeblich auf einer Logik des Mangels und der Konkurrenz basiert, und wie einige Bestandteile der Norm auch im Leben von Polyamorist_innen gleichzeitig wirkungsmächtig bleiben und unterwandert werden. So zeichnen sie ein realistisches Bild der Möglichkeiten und Grenzen alternativer Beziehungskonzepte jenseits der Logik von „Mangel-Erscheinungen“ und „heimlichen Affären“.

Mehr Infos zu Gesa Mayer und Robin Bauer findet ihr hier.