Vortrag

Diesen Donnerstag: Elisabeth Fink – Postkoloniale feministische Kritik und transnationale Feminismen

Mit einem neuen Plakatmotiv geht es bei uns munter weiter! Diesen Donnerstag spricht Elisabeth Fink aus Frankfurt über „Postkoloniale feministische Kritik und transnationale Feminismus“. Weitere Infos zu ihr und ihrem Vortrag findet ihr hier. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen 19Uhr im Hörsaal XXII des Audimax.

 

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Vortrag

Doing Gender, Doing Whiteness, Doing TAB – Queer im Fokus intersektionaler Kritik

Dr. Eske Wollrad
03.Dez.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

Queere Bewegungen und Theorien, die auf die Dekonstruktion vermeintlich biologisch bestimmter Geschlechter und Sexualitäten zielen, haben nicht nur große Begeisterung ausgelöst, sondern auch kritische Stimmen auf den Plan gerufen. Heute kommen diese nicht mehr nur aus der traditionellen Genderforschung, sondern ebenso aus postkolonialer Theorie wie aus den Disability Studies, die die Normativität des „zeitweise Nicht-Behindertseins“ (temporarlily able-bodiedness – TAB) problematisieren.

Der Vortrag behandelt zum einen die Gemeinsamkeiten der Queer sowie der Critical Whiteness Studies. Der zweite Teil diskutiert die Unterschiede zwischen beiden und die „weißen Flecken“ der Queer Theorien. Im letzten Teil werden grundlegende Kritikpunkte an Queer seitens der Disability Studies vorgestellt, die verdeutlichen, dass sich normative Vorstellungen hinsichtlich des „doing gender“ nur auf in bestimmter Weise konstruierte Körper beziehen.

Download (38:30 min, 35,2 MB)

Vortrag

VerQueert Denken – Normalität(en) hinterfragen

Prof. Dr. María do Mar Castro Varela
22.Okt.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

„Der Begriff heterosexuelle Matrix steht […] für das Raster der kulturellen Intelligibilität, durch das die Körper, Geschlechtsidentitäten und Begehren naturalisiert werden. […] Es geht darum, ein hegemoniales diskursives/epistemisches Modell der Geschlechter-Intelligibilität zu charakterisieren, das folgend unterstellt: Damit die Körper eine Einheit bilden und sinnvoll sind, muß es ein festes Geschlecht geben, das durch die zwanghafte Praxis der Heterosexualität gegensätzlich und hierarchisch definiert ist“. [Judith Butler]

Was ist eine „heterosexuelle Matrix“? Was ein „Raster der kulturellen Intelligibilität“? Queer Studies sind voraussetzungsvoll. Gleichzeitig stellen sie eine Perspektive dar, die nicht nur das Denken schult, sondern dasselbe eben nötigt anders zu denken.
Seit den 1990er Jahren etablierten sich Queer Studies nach und nach in der anglophonen Hochschullandschaft und auch im deutschsprachigen Raum sind sie nicht mehr aus den Gender Studies wegzudenken. Im Vortrag sollen einige der Herausforderungen queeren Denkens vorgestellt und darüber hinaus Queering als permanent-kritischer Prozess dargelegt und zur Diskussion gestellt werden. Ein Fokus wird dabei auf die Verbindung zur Postkolonialen Theorie gelegt. Womit deutlich gemacht werden soll, inwieweit Sexualitätsdiskurse internationale Macht- und Herrschaftssysteme (etwa Imperialismus aber auch Migrationsregimes) etablieren halfen und bis heute stabilisieren. Und warum Rassismus und heteronormative Reproduktivität aufs engste miteinander verlinkt sind.

Download (72:41 min, 66,4 MB)

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Körpermodifikationen in BDSM und queerer Kultur – Kritische Gedanken zur Ethnisierung der Ästhetik und der Rassialisierung des Körpers

Dr. Christian Klesse, Manchester
Freitag, 12.Dez.2008, 14.15 Uhr, Hörsaal XV des Melanchthonianums, Uniplatz 1, Halle

Techniken der Körpermodifikation wie z.B. piercing, tattooing, stretching, scarification, usw. spielten eine besondere Rolle in sex-positiven, schwulen, lesbischen, queeren und/oder BDSM Zusammenhängen lange bevor manche dieser Techniken populärer wurden. Studien zur jüngeren Geschichte der Körpermodifikation in westlichen Ländern gestehen lesbischwulen und BDSM erotischen Szenen durchaus eine VorreiterInnerolle zu. In BDSM und queeren Kontexten sind Körpermodifikationen oft Teil erotischer oder sexueller Praxis oder Darstellung. Für viele bestehen auch Anknüpfungspunkte zu Fragen der persönlichen Identität. Bezugnahme auf ‚ethnisierte Praxen‘- auf rituelle Inszenierungen der Körpermodifikation oder kulturell spezifische Formen des Designs – sind oft explizit. Der Vortrag beschäftigt sich mit den vielfältigen Arten auf welche Körpermodifikationen als ‚transgressiv‘ beschrieben werden. Das Interesse gilt insbesondere den diskursiven Momenten, in welchen (queere) Grenz-überschreitung sich in ethnisierten oder rassialisierten Konnotationen präsentiert. Gegenwärtige Körperkunst und radikale Körpermodifikation bedient sich oft aus dem Repertoire des Mythos vom ‚Primitiven‘, einem kolonialen und postkolonialen imaginären Konstrukt, in welchem Körper und Sexualität mit ‚Race‘ verschmelzen. Die unachtsame Reproduktion neo-primitiven Gedankenguts verweist auf Grenzen hinsichtlich des progressiven Potentials gegenwärtiger sex-radikaler queerer Bewegungen. Die Ethnisierung oder Rassialisierung des Transgressionsmodelles findet seine Fortsetzung auf der Eben der Queeren Theorie. Der Vortrag führt mich somit von einer Diskussion bestimmter Praxen der Körpermodifikation zu einer grundlegenden Kritik (queerer) Transgressionskonzepte.

Download (66:23 min, 60,6 MB)