Vortrag

Andere Sichtbarkeiten? Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung

11.11.2010, 19 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

Katharina Morawek

Public Enemy Rapper Chuck D hat mal gesagt, Hip Hop sei the Black CNN. Nun hat dieses Schwarze CNN nach 30 Jahren Sendezeit zwar spielend die Reichweite des US-amerikanischen Nachrichtensenders überschritten, nicht aber dessen Fähigkeit zum Versprühen gesellschaftlicher Hegemonie. Hip Hop als solcher wird immer wieder für seinen angeblich inhärenten Sexismus und seine Homophobie kritisiert und zwar vor allem von weißen Medien.

Die Folie, vor der die scheinbare heterosexuelle Dominanz in der Hip Hop Kultur gechallenged wurde, war das Thema der Homophobie.

Das Bild vom „sexistischen und homophoben Hip Hop“ ist eng verknüpft mit der Projektion, Kulturen des Hip Hop würden lediglich aus Schwarzen, männlichen, heterosexuellen Körpern bestehen – ein Paradigma, das die Soziologin Tricia Rose als „highly visible commercialized rap“ bezeichnet. Die Matrix, die dieser Wahrnehmung zu Grunde liegt, ist eine des Weiss-Seins, welches die eigene Position innerhalb von Populärkultur nicht hinterfragt. Doch wird das reibungslose Kursieren von mit Hip Hop verbundenen, stereotypen Bildern immer wieder von Hip Hop Artists in Frage gestellt und seit einigen Jahren sogar empfindlich gestört: Hip Hop wird offiziell ge-queert. Dabei kommen Repräsentationsstrategien zum Einsatz, die zwischen Parodie und Selbstbehauptung andere Sichtbarkeiten anstreben.
Der Vortrag wird einige Strategien queerer Artists vorstellen.

Weitere Informationen zu Katharina Morawek sowie ausgewählten Veröffentlichungen findet ihr unter Terminplan.

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Vortrag

VerQueert Denken – Normalität(en) hinterfragen

Prof. Dr. María do Mar Castro Varela
22.Okt.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle

„Der Begriff heterosexuelle Matrix steht […] für das Raster der kulturellen Intelligibilität, durch das die Körper, Geschlechtsidentitäten und Begehren naturalisiert werden. […] Es geht darum, ein hegemoniales diskursives/epistemisches Modell der Geschlechter-Intelligibilität zu charakterisieren, das folgend unterstellt: Damit die Körper eine Einheit bilden und sinnvoll sind, muß es ein festes Geschlecht geben, das durch die zwanghafte Praxis der Heterosexualität gegensätzlich und hierarchisch definiert ist“. [Judith Butler]

Was ist eine „heterosexuelle Matrix“? Was ein „Raster der kulturellen Intelligibilität“? Queer Studies sind voraussetzungsvoll. Gleichzeitig stellen sie eine Perspektive dar, die nicht nur das Denken schult, sondern dasselbe eben nötigt anders zu denken.
Seit den 1990er Jahren etablierten sich Queer Studies nach und nach in der anglophonen Hochschullandschaft und auch im deutschsprachigen Raum sind sie nicht mehr aus den Gender Studies wegzudenken. Im Vortrag sollen einige der Herausforderungen queeren Denkens vorgestellt und darüber hinaus Queering als permanent-kritischer Prozess dargelegt und zur Diskussion gestellt werden. Ein Fokus wird dabei auf die Verbindung zur Postkolonialen Theorie gelegt. Womit deutlich gemacht werden soll, inwieweit Sexualitätsdiskurse internationale Macht- und Herrschaftssysteme (etwa Imperialismus aber auch Migrationsregimes) etablieren halfen und bis heute stabilisieren. Und warum Rassismus und heteronormative Reproduktivität aufs engste miteinander verlinkt sind.

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Hegemoniale und andere Männlichkeiten

Dr. Volker Woltersdorff alias Lore Logorrhöe, Berlin
29.Jan.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle

Für die kritische Untersuchung von Männlichkeiten, die Unterschiede, Widersrpüche und Machtgefälle auch innerhalb der Gruppe der „Männer“ berücksichtigt, hat Robert (mittlerweile Raywyn) Connells Konezpt inzwischen große Bedeutung gewonnen. Der Vortrag stellt das Konzept hegemonialer Männlichkeit vor und erörtert es kritisch. Neben dem Blick auf hegemoniale Männlichkeit sollen ebenfalls einige der anderen Männlichkeiten vorgestellt werden, die durch die hegemoniale marginalsiert werden, aber auch an deren Privilegien partizipieren können. Dabei soll es vor allem um solche Männlichkeiten gehen, die aus einer queeren Perspektive in den Fokus geraten: Drag Kings, Trans*männer, Butches, Queers of Color, Schwule, Metrosexuelle und Sissy Boys. Welche politischen Bündnisse und Konflikte können sich daraus für ein queer-feministisches Projekt ergeben? Wie ist die aktuelle Konjunktur von Männlichkeiten in queeren Subkulturen zu bewerten? Entwickeln diese Männlichkeiten utopische Potenziale postpatriarchaler Geschlechterwelten, oder gehört Männlichkeit – in welcher Form auch immer – nicht eher verdientermaßen auf den Müllhaufen der Geschichte?

Download (48:54 min, 44,7 MB)