Elisabeth Fink: Postkoloniale feministische Kritik und transnationale Feminismen

Abstract:

Obgleich von einer einheitlichen postkolonialen feministischen Theorie aufgrund der Heterogenität ihrer Vertreterinnen und theoretischer Zugänge nicht gesprochen werden kann, lassen sich zwei dominante Stoßrichtungen postkolonialer feministischer Kritik ausmachen. Zum einen werden Leerstellen innerhalb postkolonialer Theoriebildung durch feministische Analyse aufgedeckt. Zum anderen werden feministische Mainstream-Theorien durch eine Sensibilität gegenüber Strukturkategorien wie race und class sowie den unterschiedlichen Vergesellschaftungen von Frauen vor dem Hintergrund des Kolonialismus herausgefordert. Ein zentrales Anliegens stellt hierbei die Einforderung der Reflexion über die essentialistische Konstruktion der ‚Dritten-Welt-Frau’ durch westliche Feministinnen dar. Folglich forderten postkoloniale Kritikerinnen einen Zugewinn an Sensibilität und Komplexität in transnationaler feministischer Analyse und politischer Praxis ein und bewirkten somit grundlegende Kurskorrekturen.

Der Vortrag wird die Grundzüge dieser Kritik nachzeichnen und anhand des Beispiels transnationaler Feminismen einen Überblick über die Vielfältigkeit postkolonialer feministischer Theorie geben.

 Zur Person:

Elisabeth Fink studierte Politikwissenschaft, Pädagogik und Geschichte in Southampton und Frankfurt am Main. Gegenwärtig arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Gender und Postkoloniale Studien im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Forschungsinteressen umfassen Frauen- und Geschlechterforschung, Gender und Globalisierung sowie transnationale Bewegungsforschung. Im Rahmen ihrer Promotion befasst sie sich mit dem Verhältnis von transnationalem und lokalem Aktivismus am Beispiel der Aktivitäten, die sich auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie Bangladeschs konzentrieren. Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass die Perspektive postkolonial-feministischer Theorie, die globale historische und gegenwärtige politische Macht- und Herrschaftsbeziehungen unter Einbeziehung von Genderdimensionen in den Blick nimmt, dazu beiträgt, die spezifischen Mechanismen und Dynamiken zu analysieren, die in transnationalen Kooperationen relevant sind.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Fink, Elisabeth/Ruppert, Uta (2009): Postkoloniale Differenzen über transnationale Feminismen. Eine Debatte zu den transnationalen Perspektiven von Chandra T. Mohanty und Gayatri C. Spivak. In: Femina Politica, Schwerpunkt: Feministische Postkoloniale Theorie? Gender und (De-)Kolonisierungsprozesse, Heft 02/2009, S. 64-74.

Terminplan

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