Katharina Morawek: Andere Sichtbarkeiten?

Katharina Morawek
Andere Sichtbarkeiten? Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung

Public Enemy Rapper Chuck D hat mal gesagt, Hip Hop sei the Black CNN. Nun hat dieses Schwarze CNN nach 30 Jahren Sendezeit zwar spielend die Reichweite des US-amerikanischen Nachrichtensenders überschritten, nicht aber dessen Fähigkeit zum Versprühen gesellschaftlicher Hegemonie. Hip Hop als solcher wird immer wieder für seinen angeblich inhärenten Sexismus und seine Homophobie kritisiert und zwar vor allem von weißen Medien.

Die Folie, vor der die scheinbare heterosexuelle Dominanz in der Hip Hop Kultur gechallenged wurde, war das Thema der Homophobie.

Das Bild vom „sexistischen und homophoben Hip Hop“ ist eng verknüpft mit der Projektion, Kulturen des Hip Hop würden lediglich aus Schwarzen, männlichen, heterosexuellen Körpern bestehen – ein Paradigma, das die Soziologin Tricia Rose als „highly visible commercialized rap“ bezeichnet. Die Matrix, die dieser Wahrnehmung zu Grunde liegt, ist eine des Weiss-Seins, welches die eigene Position innerhalb von Populärkultur nicht hinterfragt. Doch wird das reibungslose Kursieren von mit Hip Hop verbundenen, stereotypen Bildern immer wieder von Hip Hop Artists in Frage gestellt und seit einigen Jahren sogar empfindlich gestört: Hip Hop wird offiziell ge-queert. Dabei kommen Repräsentationsstrategien zum Einsatz, die zwischen Parodie und Selbstbehauptung andere Sichtbarkeiten anstreben.
Der Vortrag wird einige Strategien queerer Artists vorstellen.

Katharina Morawek ist Lehrbeauftragte am Institut für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste, Künstlerin und Kunstvermittlerin. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Herausgabe von Anthologien

Are you talking to me? Discussions on Gender Politics, Knowledge Production and Feminist Strategies (Hrsg. gemeinsam mit h.arta), Löcker Verlag, Wien 2008

Artikel in Anthologien und Zeitschriften (Auswahl)

Was wurde eigentlich aus … Queer Hip Hop?.- in: MALMOE. Gute Seiten – schlechte Zeiten, Ausgabe 50, Wien 2010

Kryptonite Pussies and Homothugs. A visual cartography of queerness and homophobia in hip hop.- in: Dokuzovic, Lina / Freudmann, Eduard / Haselmayrs, Peter / Kovacic, Lisbeth (Hrsg_innen): Intersections.- Löcker Verlag, Wien 2009

Checking black nationalists and rainbow coalitions.- in: Dig Me Out. Discourses on Popular Music, Gender and Ethnicity.- Belbel, Maria Jose Belbel / Reitsamer, Rosa (Hrsg_innen), Art Centre Arteleku, Spain/Austria 2009

O.K. Jidden, rock it! Klezmermusik, Geschichtspolitik und die Besetzung einer Aula.- in: MALMOE. Gute Seiten, schlechte Zeiten, Ausgabe 48, Wien 2009

Art and Everyday Life: What art can do – a conversation between h.arta, Eva Egermann and Katharina Morawek.- in: Gržinić, Marina/ Reitsamer, Rosa (Hrsg.): New Feminism. Worlds of Feminism, Queer and Networking Conditions.- Löcker Verlag, Wien 2008

Nicht utopisch, in: an.schläge – Das feministische Magazin, mit Eva Egermann, Wien 2007

Be a Bossy Bottom. Ein Interview mit dem feministisch-queeren Künstlerinnenkollektiv LTTR in: MALMOE. Gute Seiten, schlechte Zeiten, Ausgabe 37, Wien 2007

I Check Black Nationalists and Rainbow Coalitions. Queer Hip Hop.- in: MALMOE. Gute Seiten, schlechte Zeiten, Ausgabe 25, Wien 2005

Terminplan

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