Ines Pohlkamp: „Ich glaube, dass vielen Leuten das Ausmaß der Problematik und auch die existierende Gewalt nicht bewusst ist.” Heteronormatives Gewalthandeln gegen geschlechtlich nonkonforme Personen

Abstract:

In der Gesellschaft erscheint es selbstverständlich und natürlich, dass es (nur) Frauen und Männer gibt. Dies hat die Dethematisierung anderer Geschlechter zur Folge. Deren Diskriminierungs- und Gewaltwiderfahrnisse werden bislang kaum anerkannt oder aber im Alltagsverständnis unter Gewalt gegen Homosexuelle subsumiert. Dies war der Anlass dafür, sich aus queer-feministischer Perspektive mit den Gewaltwiderfahrnissen jener Personen zu beschäftigen, deren geschlechtlicher Subjektstatus in dieser Gesellschaft der sozialen Anerkennung entbehrt.

Ines Pohlkamp präsentiert Ergebnisse aus ihrem Dissertationsprojekt zu Gewalt und Diskriminierung gegen geschlechtlich nonkonforme Personen. Sie hat in qualitativen Interviews Personen befragt, die sich beispielsweise als Transgender, Transsexuelle_r, Crossdresser_in, Intersexuelle_r, Frau mit Bart oder Butch bezeichnen. Auf der Basis dieses Datenmaterials bietet sie Einblicke in die Wirkmächtigkeit des heteronormativen Alltags und in die Alltäglichkeit von Diskriminierung und Gewalt gegen geschlechtlich nonkonforme Personen. Die Referentin zeigt auf, inwiefern die Figur der Täuschung und die Figur der Verrücktheit dieses heteronormative Gewalthandeln beeinflusst und scheinbar ‚legitimiert‘.

Zur Person:

Ines Pohlkamp, Studium der Sozialarbeitswissenschaften und Int. Kriminologie, Referentin für Feminismus, Queer Theory, Social Justice, (antirassistische) Mädchenarbeit und intersektionale Bildung. Mitgründerin vom Gender Institut Bremen. Aktuell forscht sie zu Diskriminierung und Gewalt gegen geschlechtlich nonkonforme Personen (PHD-Studentin Uni Hamburg).

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Pohlkamp, Ines (2011): Transphobe Gewalt und die Bedeutung eines „wahren Geschlechts“. In: Kriminologisches Journal, 43 Jg., Heft 1/2011, Weinheim:  Juventa, 57-70

Busche, Mart/Pohlkamp, Ines et al. (Hrsg.) (2010): Feministische Mädchenarbeit weiterdenken. Zur Aktualität eines bildungspolitischen Ansatzes, Bielefeld : Transcript

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2 Kommentare zu „Ines Pohlkamp: „Ich glaube, dass vielen Leuten das Ausmaß der Problematik und auch die existierende Gewalt nicht bewusst ist.” Heteronormatives Gewalthandeln gegen geschlechtlich nonkonforme Personen

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