Dr. Eske Wollrad
Doing Gender, Doing Whiteness, Doing TAB – Queer im Fokus intersektionaler Kritik

Queere Bewegungen und Theorien, die auf die Dekonstruktion vermeintlich biologisch bestimmter Geschlechter und Sexualitäten zielen, haben nicht nur große Begeisterung ausgelöst, sondern auch kritische Stimmen auf den Plan gerufen. Heute kommen diese nicht mehr nur aus der traditionellen Genderforschung, sondern ebenso aus postkolonialer Theorie wie aus den Disability Studies, die die Normativität des „zeitweise Nicht-Behindertseins“ (temporarlily able-bodiedness – TAB) problematisieren.

Der Vortrag behandelt zum einen die Gemeinsamkeiten der Queer sowie der Critical Whiteness Studies. Der zweite Teil diskutiert die Unterschiede zwischen beiden und die „weißen Flecken“ der Queer Theorien. Im letzten Teil werden grundlegende Kritikpunkte an Queer seitens der Disability Studies vorgestellt, die verdeutlichen, dass sich normative Vorstellungen hinsichtlich des „doing gender“ nur auf in bestimmter Weise konstruierte Körper beziehen.

Dr. Eske Wollrad arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Os­sietzky Universität Oldenburg und gehört auch dem universitären Team der Ombudsstelle Antirassismus an. Sie promovierte zu afrikanisch amerikanischer feministi­scher Theorie und Theolo­gie, forscht zu Rassismus, den Critical Whiteness Studies, Weißsein und Postkolonialismus. Ihr Buch „Weißsein im Widerspruch. Feministische Perspektiven auf Ras­sismus, Kultur und Religion“ erschien im Frühjahr 2005. Der Arbeitstitel ihres gegenwärtigen Buchprojekts lautet: „Das Gift der frühen Jahre. Rassismus und Konstruktionen von Weißsein in Kinderbüchern“. Im Frühjahr erscheint der von ihr sowie Jutta Jacob und Swantje Köbsell herausgegebene Sammelband zum Thema „Gendering Disability“ (transcript Verlag).

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