Dr. K. Smilla Ebeling: Natürlich, sexy, heteronorm oder queer. Geschlechterpolitiken mit Tieren

Abstract:

Menschen verwenden gerne Tiere, um sich auszudrücken und um über sich und Gesellschaft nachzudenken. Dieses ‚Denken mit Tieren‘ betrifft alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens. Der Vortrag verdeutlicht, dass das ‚Denken mit Tieren‘ auch der Geschlechterpolitik dienen kann und z. B. Erklärungen und Legitimierungen von Geschlecht, Sexualität und Geschlechterrollen beinhaltet. In den öffentlichen Medien sind Tiergeschichten weit verbreitet, die einem heteronormativen Muster folgen und Heterosexualität als soziale Norm festlegen. Inzwischen finden sich in der Öffentlichkeit aber auch Beschreibungen einer Vielfalt an Geschlechtern und Sexualitäten im Tierreich. Am Beispiel von medialen Pinguindarstellungen möchte ich die Frage diskutieren, ob die nicht-heteronormativen Tierdarstellungen als Potentiale für queere Geschlechterpolitiken genutzt werden können oder ob die Probleme der Naturalisierungen von soziokulturellen Geschlechterkonstruktionen dagegen sprechen.

Zur Person:

Smilla Ebeling studiert 1988–95 Biologie an der Universität Hamburg und war 1997–98 dort Lehrbeauftragte an den Fachbereichen Biologie, Chemie und Physik und absolvierte 1997–2001 ein Promotionsstudium am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung an der Universität Bielefeld und promovierte 2001 an der TU Braunschweig über „Parthenogenese und die Geschlechterverhältnisse im evolutionsbiologischen Fortpflanzungsdiskurs. Eine Metaphernanalyse“, nachdem sie Gastwissenschaftlerin in Hannover und Minnesota war. 2001–02 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Braunschweig, 2002–03 Assistentin am Zentrum Gender Studies an der Universität Basel und Lehrbeauftragete an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Zudem war sie 2003-2008 Mitglied im Zentrumsrat des Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (ZFG) und 2003-08 Juniorprofessorin für “Gender, Biotechnologien und Gesellschaft: Körperdiskurse und Geschlechterkonstruktionen” an der Universität Oldenburg sowie 2009 Apl. Professorin. 2010–11 arbeitete sie als freiberufliche Wissenschaftlerin und Kulturmanagerin in Hamburg, war 2011 Gastprofessorin an der Universität Salzburg und Lehrbeauftragte an der Universität Graz und 2011–12 Geschäftsführerin des queeren Kulturcafés „café munck“ in Hamburg. Seit 2013 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Oldenburg und Lektorin an der Johannes Kepler Universität Linz.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Ebeling, Smilla/Spanier, Bonnie (2011): What made those Penguins Gay? Gender and Sexuality Politics in the Zoo. In: Fisher, Jill A. (Hrsg.) (2011): Gendering Difference. Studies in Contemporary Science and Medicine. New Brunswick/New Jersey/London: Rutgers University Press, S. 126–144

Ebeling, Smilla (2011): Tierisch Menschliche Geschlechter. Mit Tieren Geschlechter bilden. In: Qualbrink, Andrea/Wischer, Mariele/Pithan, Annebelle (Hrsg.) (2011): Geschlechter bilden. Perspektiven für einen genderbewussten Religionsunterricht, Gütersloh: Gütersloher Verl.-Haus, S. 50–61

Ebeling, Smilla (2006): Queering Biologie. In: Mauss, Bärbel/Petersen, Barbara (Hrsg.) (2006): Das Geschlecht der Biologie. Mössingen-Talheim: Talheimer,  S. 31–60

Audiomitschnitt des Vortrags

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s