Skadi Loist: Raum für Visionen: Queere Filmfestivals zwischen Gegenöffentlichkeit, Performativität und Heterotopie

Im Kontext der schwul-lesbischen Bewegungen entstanden in Nordamerika und Westeuropa Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre die ersten queeren Filmfestivals. Filmemacher_innen und Aktivist_innen kamen zusammen, um ihre Filme einem Publikum zu zeigen und den zumeist abwertenden Mainstreamrepräsentationen von Queers etwas entgegen zu setzen. Das Zusammenkommen des Publikums etablierte eine Community und eine Form einer queeren Gegenöffentlichkeit. Seitdem hat sich das Phänomen der queeren Filmfestivals global ausgeweitet.

Queere Filmfestivals sind Orte an denen sich einmal im Jahr eine Community zusammenfindet, um queeres Filmschaffen und sich selbst zu feiern. Dabei erfüllen diese Festivals ganz unterschiedliche Funktionen: sie sind Treffpunkte für die Community, Foren für filmische Repräsentationen, safe spaces für alternative Darstellungen und Lesarten und auch Aushandlungsort für queere Politiken. Sie stellen als kulturelle Events eine Form einer sozialen Praxis dar, die zur Konstruktionen sowohl von alternativen Räumen als auch (kollektiven) Identitäten beiträgt. Unter dem Aspekt des Raums möchte ich erkunden inwieweit Konzepte wie queere Gegenöffentlichkeiten (Berlant/Warner), Performativität (Butler) und Heterotopie (Foucault) für die Beschreibung und Untersuchung von queeren Filmfestivals produktiv nutzbar gemacht werden können.

Skadi Loist ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg und schließt derzeit ihr Dissertationsprojekt „Queer Cinema as a Social Practice: Queer Film Festivals in the US and Germany“ ab. Sie betreut das Archiv und ist im Vorstand der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg | Intl. Queer Film Festival. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Filmfestivalforschung, Queer Cinema und Gender/Queer Theorie in der Medienwissenschaft. 2008 hat sie mit Marijke de Valck das Film Festival Research Network (FFNR) gegründet: http://www.filmfestivalresearch.org.

Publikationen (Auswahl):

Loist, Skadi (2011). „Precarious Cultural Work: About the Organization of (Queer) Film Festivals.“ Screen  52:2 (2011): 268–273.

Diepenbroick, Dorothée von, and Skadi Loist, eds. (2009). Bildschön: 20 Jahre Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg. Hamburg: Männerschwarm.

Loist, Skadi (2008). „Frameline XXX: Thirty Years of Revolutionary Film: Der Kampf um queere Repräsentationen in der Geschichte des San Francisco International LGBT Film Festival.“ Medien – Diversität – Ungleichheit: Zur medialen Konstruktion sozialer Differenz. Eds. Ulla Wischermann, and Tanja Thomas. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. pp. 163–181.

Ommert, Alek, and Skadi Loist (2008). „featuring interventions: Zu queer-feministischen Repräsentationspraxen und Öffentlichkeiten.“ Im Zeichen des Geschlechts: Repräsentationen – Konstruktionen – Interventionen. Eds. Celine Camus, et al. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer. pp. 124–140.

Terminplan

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