Gesa Mayer/Robin Bauer: MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, der Aushandlungsprozesse und des Bekanntgehens

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…“ Das selbstverständlich zu zweit und in aller Regel auch heterosexuell. Das Lebenskonzept der monogamen Zweierbeziehung ist weit verbreitet und wird nur selten infrage gestellt, obwohl man angesichts der hohen Zahl von sogenannten Seitensprüngen in angeblich monogamen Beziehungen von einer Doppelmoral sprechen muss. Doch nicht nur Heterosexuelle sehen in dieser Art des Zusammenlebens oftmals den einzig „richtigen“ Weg, glücklich zu werden. Auch viele lesbischwule Menschen reproduzieren die scheinbar selbstverständliche Idee der romantischen Zweierbeziehung, wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerpunkts schwul-lesbischer Politik auf die Forderung der „Homo-Ehe“ in den 1990er Jahren verdeutlicht. Zwar ist die sogenannte offene Beziehung in Teilen der schwulen Subkultur eher die Norm als sexuelle Exklusivität, diese stellt jedoch die Vorstellung, es gebe den einen richtigen Partner, kaum infrage.
Auf der Grundlage ihrer empirischen Forschung stellen Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren Vorträgen der Norm der Monogamie die Vielfalt der in unserer Gesellschaft tatsächlich gelebten Beziehungsformen entgegen. Sie zeigen, dass die Monogamie-Norm maßgeblich auf einer Logik des Mangels und der Konkurrenz basiert, und wie einige Bestandteile der Norm auch im Leben von Polyamorist_innen gleichzeitig wirkungsmächtig bleiben und unterwandert werden. So zeichnen sie ein realistisches Bild der Möglichkeiten und Grenzen alternativer Beziehungskonzepte jenseits der Logik von „Mangel-Erscheinungen“ und „heimlichen Affären“.

Gesa Mayer ist Diplom-Soziologin und promoviert an der Universität Hamburg mit einer empirischen Studie zu monogamen und nichtmonogamen Beziehungsformen.

Robin Bauer promoviert an der Universität Hamburg mit einer empirischen Studie zu queeren BDSM Praktiken. Er beschäftigt sich vor allem mit Themen aus den Bereichen BDSM, Transgenderism/Transsexualität und andere queere Geschlechter, nicht-monogame Lebensweisen, Sexarbeit und Queer Science Studies in Forschung,  Lehre und Aktivismus.

Publikationen (Auswahl):

Bauer, Robin (2010): Non-monogamy in queer BDSM communities. Putting the sex back into alternative relationship practice and discourse. In: Barker, Meg/Langdridge, Darren (Hrsg.): Understanding non-monogamies, New York [u.a.]: 142-153

Pieper, Marianne/Bauer, Robin (2005): Polyamory und Mono-Normativität. Ergebnisse einer empirischen Studie über nicht-monogame Lebensformen. In: Laura Méritt, Traude Bührmann & Najda Boris Schefzig (Hrsg): Mehr als eine Liebe – Polyamouröse Beziehungen, Berlin: 59-69

Bauer, Robin (2005): When Gender Becomes Safe, Sane and Consensual: Gender Play as a Queer BDSM Practice. In: Haschemi Yekani, Elahe (Hrsg.): Quer durch die Geisteswissenschaften. Perspektiven der Queer Theory, Berlin: 73-86

Bauer, Robin (2007): Chemie. Das Geschlecht des Labors – Geschlechterverhältnisse und –vorstellungen in chemischen Verbindungen und Reaktionen. In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.): Handbuch Frauen− und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie, Wiesbaden: 860-865

Mayer, Gesa (2005): Queere Freunde um Bernhard. In: Fähnders, Walter/Rohlf, Sabine (Hrsg.): Annemarie Schwarzenbach. Analysen und Erstdrucke, Bielefeld: 63-78

Mayer, Gesa (2006): Biologie und Konstruktion von Geschlecht. In: Bauer, Robin/Götschel, Helene (Hrsg.): Gender in Naturwissenschaften − Ein Curriculum an der Schnittstelle der Wissenschaftskulturen, Mössingen−Talheim:

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