Elke Amberg: Wie Lesben in den deutschen Medien (nicht) dargestellt werden

Zeit: Donnerstag, d. 06.11.2014, 19 Uhr s.t.

Ort: Hörsaal XXIII im Audimax, Universitätsplatz 1, 06108 Halle

Abstract:

Wenn in den Medien von queeren Lebenswelten und Problemen die Rede ist, lesen wir in aller Regel über die „Schwulenbewegung“, „Schwulenparaden“, „Schwulenpaare“, die „Schwulenehe“, „schwule Eltern“, über „Gewalt gegen Schwule“ oder das „Anti-Schwulen-Gesetz“ in Russland. Lesbische Frauen, Bi-, Trans- und Intersexuelle Menschen kommen nicht vor. LGBTIQ wird von den Medien als „schwul“ übersetzt.
Vor diesem Hintergrund berichtet Elke Amberg über die (Un-)Sichtbarkeit und stereotypisierende Darstellung lesbischer Frauen in den Medien, insbesondere in der Presse. Im Rahmen ihres Vortrags stellt die Kommunikationswissenschaftlerin und Journalistin mit Hilfe von Schaubildern und Artikelbeispielen die Ergebnisse ihrer 2011 veröffentlichten Monographie vor: Spiegeln sich in der Berichterstattung über Lesben und Schwule althergebrachte Geschlechterrollen? Wer in den Texten ist handlungstragend und wer bleibt passiv? Mit welchen Themen und in welchen sozialen Rollen werden Lesben am Häufigsten porträtiert? Werden die spezifischen Diskriminierungserfahrungen UND die Stärken lesbischer Frauen überhaupt thematisiert?
Ambergs Studie liefert erstmals Zahlen und Fakten zur bisher nur gefühlten „Leerstelle Lesben“, analysiert die wenigen, oftmals verzerrenden Darstellungen lesbischer Frauen und erhellt die Gründe, warum Lesben im öffentlichen Diskurs häufig unerwähnt bleiben. Ziel des Vortrags und der anschließenden Diskussion ist es, Ansätze für eine ausgewogene und realistische Berichterstattung über LGBTIQs zu entwickeln.

Zur Person:

Elke Amberg, Magistra, studierte 1981-1989 Kommunikationswissenschaft, Sozialpsychologie und Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zunächst redaktionelle Mitarbeit für Film und TV (ZDF-Frauenjournal „ML-Mona Lisa“). Seit 1992 freie Journalistin für Print und Hörfunk, zunächst beim Bayerischen Rundfunk, dann deutschlandweit für ARD-Anstalten und den Alternativradiosender LORA-München; Artikel für Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Südwestpresse Ulm und Fachzeitschriften. Seit 1999 überwiegend im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von gemeinnützigen Einrichtungen und Verbänden tätig sowie Lehrtätigkeit zu journalistischen Themen. Seit 2002 wissenschaftliche Beschäftigung mit Gender- und Medienthemen.

Literatur zum Thema:

Amberg, Elke (2011): Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden. Sulzbach/Taunus, Ulrike Helmer Verlag.

Hier geht es zur Audioaufnahme des Vortrags.

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